Die Synode der Nordkirche hält Waffenlieferungen an die Ukraine für vertretbar. Erst vor einigen Tagen wurde bekannt
Die Synode der Nordkirche hält Waffenlieferungen an die Ukraine für vertretbar. Erst vor einigen Tagen wurde bekannt, das Deutschland dem Land sieben Panzerhaubitzen schicken wird. Philipp Schulze
Synode

Nordkirche hält Waffenlieferungen an Ukraine für vertretbar

Die Abgeordneten Nordkirche erinnern an das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine. Sie wollen Widerstand fördern. Der Kontakt zu russischen Kirchen soll aber erhalten bleiben.
dpa
Travemünde

Die Synode der evangelischen Nordkirche hält Waffenlieferungen an die Ukraine für vertretbar. „Das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine ist rechtlich wie ethisch anzuerkennen”, heißt es in einer Erklärung vom Samstag zum Abschluss einer zweitägigen Sondersynode zum Angriffskrieg Russlands. Es gehe darum, zivilgesellschaftliche Strukturen zu erhalten, die von einer russischen Okkupation ebenso bedroht wären wie die freie Zivilgesellschaft in Russland es jetzt sei.

Schon jetzt an die Zeit nach dem Krieg denken

Die Synode – das Parlament der Nordkirche – mahnte zugleich, gewaltfreien und zivilgesellschaftlichen Widerstand zu fördern – „in Russland, in Belarus, in der Ukraine wie in ganz Europa”. Soldatinnen und Soldaten, die sich in diesem Krieg nicht beteiligen wollten, müssten geschützt werden.

Lesen Sie auch: Nordkirche verlegt Propstei-Sitz von Demmin nach Greifswald

An ihren Partnerschaftsbeziehungen zu Kirchen in Russland halte die Nordkirche fest. Es sei wichtig, jene zu stärken, die sich in Russland für Frieden, Versöhnung und für Menschenrechte einsetzten. „Innerhalb der Nordkirche wollen wir den Zusammenhalt mit friedensorientierten Menschen in russisch-orthodoxen und den ukrainisch-orthodoxen Gemeinden in Norddeutschland stärken.” Wichtig ist aus Sicht der Synode, bereits jetzt Perspektiven für Gerechtigkeit und Versöhnung nach dem Krieg vorzubereiten.

Die Sondersynode stand unter dem Motto „Suche den Frieden und jage ihm nach (Psalm 34,15)". Die etwa 120 Synodalen hätten sich zwei Tage lang "äußerst intensiv” ausgetauscht, sagte die Präses der Landessynode, Ulrike Hillmann. „Statt in den üblichen Tischreihen im Plenarsaal haben wir an 20 runden Tischen miteinander gerungen, Ambivalenzen ausgehalten und komplexe Fragestellungen kontrovers diskutiert.”

zur Homepage