100 TAGE BIS ZUR BUNDESTAGSWAHL

Özdemir widerspricht: Grüne nicht überflüssig

Umfragen sehen die Grünen weiter im Sinkflug. Was muss nun passieren?
dpa
Cem Özdemir zu Beginn des Grünen-Bundesparteitages in Berlin.
Cem Özdemir zu Beginn des Grünen-Bundesparteitages in Berlin. Rainer Jensen
Berlin.

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hat einer Umfrage widersprochen, nach der die Grünen überflüssig werden könnten, weil Umweltthemen inzwischen auch von anderen Parteien abgedeckt werden. „Ich mache diese Erfahrung jedenfalls nicht”, sagte er vor Beginn des Parteitags am Freitag dem Südwestrundfunk. Die Grünen wollen bei dem dreitägigen Treffen in Berlin über ihr Programm für die Bundestagswahl abstimmen.

Im ARD-„Deutschlandtrend” des Instituts Infratest dimap geben 57 Prozent der Befragten an, dass die Grünen in der heutigen Zeit nicht mehr so wichtig seien, da auch andere Parteien die Themen Umwelt- und Klimaschutz besetzten.

Nur noch sieben Prozent

Katrin Göring-Eckardt, die mit Özdemir das Spitzenkandidaten-Duo bildet, forderte die Partei zur Geschlossenheit auf: „Da muss der Parteitag am Wochenende die Wende bringen. Ich möchte eine Partei sehen, die sich kämpferisch zeigt und überzeugt ist von dem, was wir machen”, sagte sie dem „Spiegel”. „Mehr Haltung nach außen, weniger Beschäftigung nach innen, das ist mein Wunsch.”

Vor dem Parteitag gab es rund 2200 Änderungsanträge zum Programmentwurf. Nach dem ARD-„Deutschlandtrend” würden 7 Prozent der Befragten die Grünen wählen, wenn jetzt Bundestagswahl wäre.

Die Parteien, die um den dritten Platz kämpfen, liegen dem Deutschlandtrend zufolge eng beieinander: Linke und AfD liegen derzeit bei 8 Prozent, die FDP erreicht 9. Die Union erreicht 39 Prozent, die SPD rangiert bei 24. Was kann sich bis zur Abstimmung im September noch ändern? Lesen Sie hier eine Analyse zum 100. Tag vor der Bundestagswahl: „Merkel bleibt Oder doch nicht?”.

zur Homepage