NEUE ZAHLEN

Ost-Abwanderung gestoppt?

Neuesten Zahlen zufolge sind im Jahr 2017 erstmals mehr Deutsche von West nach Ost geozgen als von Ost nach West.
Gabriel Kords Gabriel Kords
Rund 1,2 Millionen Ostdeutsche sind seit der Wende in den Westen gezogen - nun ist dieser Trend offenbar weitgehend gestoppt.
Rund 1,2 Millionen Ostdeutsche sind seit der Wende in den Westen gezogen – nun ist dieser Trend offenbar weitgehend gestoppt. DPA-Archiv
Mit diesem Diagramm illustrieren die Forscher ihre Resultate.
Mit diesem Diagramm illustrieren die Forscher ihre Resultate. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung
Wiesbaden.

Es sind erstaunliche Zahlen, die das in Wiesbaden ansässige Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) zutage gefördert hat: Nach Berechnungen der Forscher, die gestern veröffentlicht wurden, sind im Jahr 2017 erstmals seit der Wiedervereinigung mehr Menschen aus Westdeutschland in die ostdeutschen Flächenländer gezogen als umgekehrt. Die Entwicklung gilt also sogar ohne Umzüge nach Berlin. Der Wanderungsgewinn, also der Saldo zugunsten des Ostens, betrug den Forschern zufolge rund 4000 Menschen.

Die Forscher schreiben, damit sei der lange anhaltende Trend der innerdeutschen Ost-West-Wanderung gestoppt. In den 26 Jahren davor verloren die ostdeutschen Flächenländer insgesamt mehr als 1,2 Millionen Bürger gen Westen. Aus Sicht der Forscher ist Ursache für die Trendwende, dass diese Abwanderungsbewegung inzwischen gestoppt ist. Die Zahl der Umzüge von West nach Ost hält sich hingegen weiterhin arg im Rahmen.

MV, Brandenburg und Sachsen haben positive Salden

Es gibt allerdings auch ein Haar in der Suppe: „Wanderungsverluste haben die ostdeutschen Flächenländer weiterhin bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren“, sagt BiB-Forschungsdirektorin Nikola Sander. Bei allen anderen Altersgruppen falle der Saldo hingegen zugunsten des Ostens aus.

Weiterhin gebe es erhebliche regionale Unterschiede von Wanderungsgewinnern und -verlierern, schreiben die Forscher: Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen positive Wanderungssalden. Hingegen würden immer noch mehr Menschen Sachsen-Anhalt und Thüringen in Richtung Westen verlassen als zuzögen.

Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor.

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