PEINLICHER VERSPRECHER

▶ Peter Altmaier (CDU) will mehr Erdgas aus „der Sowjetunion”

Zum Auftakt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hat Wirtschaftminister Altmaier (CDU) Russland „Sowjetunion” genannt. Doch nicht der Versprecher sorgte für den größten Unmut.
Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) leistete sich einen Versprecher und redete im EU-Parlament von der „Sowjetunion
Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) leistete sich einen Versprecher und redete im EU-Parlament von der „Sowjetunion” als Handelspartner. Kay Nietfeld
Berlin.

Ein Versprecher von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat in den Sozialen Medien für Lacher gesorgt. In einer Rede zum Auftakt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft sprach er von der „Sowjetunion” und meinte damit wahrscheinlich Russland. Doch nicht der Versprecher sorgte für Wut bei einem Grünen, sondern der Kontext von diesem.

Kurz: Es geht um Energieverbrauch. In seiner auf englisch gehaltenen Rede im EU-Parlament am Dienstag sprach Altmaier vom Erdgas-Mangel in europäischen Ländern wie den Niederlanden. Und dann der Versprecher: „Deshalb brauchen wir, im Kontext mit dem Green Deal, vielleicht mehr Erdgas aus Ländern wie der Sowjetunion.”

Altmaiers Energie-Politik und nicht der Versprecher sorgte für Unmut

Was in sozialen Netzwerken wie Twitter für Lacher sorgte, machte den Sprecher der Grünen im Europaparlament hingegen wütend. Sven Giegold postete das Video und antwortete auf dem entsprechenden Satz des Wirtschaftsministers: „Nein! Wir müssen den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen, um das Klima zu retten!”

Giegold schreibt in einem darauffolgenden Tweet außerdem: „In Deutschland verzögert die Bundesregierung bewusst den möglichen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren.” Ebenso komme die Sektorkopplung nicht genug voran, sodass Sonne und Wind auch Gas im Bereich der Gebäudewärme und Industrie ersetzen könnten. „Hier geht mehr und ist mehr nötig!” Altmaier macht sich seit Jahren für mehr Erdgas stark. Kritiker werfen ihm vor, dass er damit den Klimazielen der Bundesrepublik entgegenwirke.

Bereits 2016 von „der Sowjetunion” gesprochen

Es war übrigens nicht das erste Mal, dass der Wirtschaftsminister versehentlich von dem früheren Ost-Reich sprach. Im Juni 2016 sagte er laut Transkription des Deutschlandfunks zu den Gründen für eine EU-Mitgliedschaft: „Es gibt Länder wie etwa die neuen Mitgliedsstaaten in Ost- und Mitteleuropa, die sagen: Wir brauchen mehr Schutz gegenüber der Sowjetunion.”

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