VORWÜRFE

Philipp Amthor braucht keinen Welpenschutz

In der Debatte um Philipp Amthor pochen einige Parteifreunde auf Welpenschutz für den jungen Politiker. Doch dabei sind seine Ambitionen viel zu groß, als dass er sich darauf berufen könnte. Ein Kommentar.
Philipp Amthor, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Ueckermünde, sieht sich mit Vorwürfen wegen seiner Nebentätigkeit konfrontiert.
Philipp Amthor, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Ueckermünde, sieht sich mit Vorwürfen wegen seiner Nebentätigkeit konfrontiert. Jens Büttner
Neubrandenburg.

Der arme Philipp, er ist ja noch so jung! Nach den Lobbyismus-Vorwürfen gegen Philipp Amthor (CDU) ist der Aufschrei groß, doch einige Politiker seiner Partei üben sich auch in bemerkenswerter Beschwichtigung. Oft geht es dabei um das Alter des 27-Jährigen aus Ueckermünde. „Man muss aber einem jungen Abgeordneten, der er ja noch immer ist, auch die Möglichkeit geben, mal einen Fehler zu machen und dann auch dazu zu stehen”, kommentierte Franz-Robert Liskow, selber 33 und seit 2016 Mitglied es Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. Die junge Generation der CDU in Mecklenburg-Vorpommern stehe hinter Amthor, betonte Liskow.

Auch der Unionsfraktionsvize im Bundestag, Johann Wadephul, schaltete sich ein und plädierte für Zurückhaltung: „Er ist eben noch jung, und da trifft man im Überschwang noch leichter falsche Entscheidungen.”

Dieses demonstrative In-Schutz-Nehmen ist bemerkenswert, zumal Amthor nun auch schon seit 2017 im Bundestag sitzt. Warum sollte Amthor anders behandelt werden, nur weil er weit unter dem Altersdurchschnitt des Parlaments liegt? Klar, in der Öffentlichkeit wurden häufig Witze über sein Alter und Auftreten gemacht, Kurt Krömer hatte ihm etwa in seiner RBB-Show Buntstifte und ein Malbuch hingelegt. Das ist ziemlich banal. Doch Amthor selbst hatte nie für sich eingefordert, dass für ihn aufgrund seines Alters andere Regeln gelten sollten. Schließlich wurde er gewählt wie alle anderen Abgeordneten auch und verfolgt sogar noch größere Ziele als die meisten: Er will Landesvorsitzender der CDU in Mecklenburg-Vorpommern werden und damit auch potentieller Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2021. Ein Welpenschutz für Philipp Amthor ist daher widersinnig.

Er hätte es wissen müssen

Außerdem dürfte Amthor gewusst haben, was er tat, als er sich für die US-Firma Augustus Intelligence stark machte. Und als er dieses Engagement auf seinen Social-Media-Kanälen ausblendete. Die Gratwanderung zwischen legitimem Engagement und Korruption, in diesem Fall ist noch nichts bewiesen, dürfte einem Juristen geläufig sein. „Es war ein Fehler”, schrieb Amthor in seinem Entschuldigungsschreiben, als der „Spiegel” seine Recherchen veröffentlichte. Doch dass diese Arbeit zumindest anrüchig war, hätte ihm schon vorher klar sein müssen. Und das war es bestimmt auch.

Oder wie Eckhard Rehberg, ebenfalls CDU-Bundestagsabgeordneter aus MV, gesagt hat: „Mit so etwas macht man sich politisch angreifbar. Ein Abgeordneter sollte sich immer im Klaren sein, welche Folgen das eigene Handeln hat. Vertrauensverlust wiegt schwer.”

Amthor selbst hat sich nun schon seit fünf Tagen nicht zu Wort gemeldet. Damit macht er sich die Sache viel zu einfach.

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Kommentare (1)

Phillip, warum hast du so große Hände???