Konflikt in Union

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Philipp Amthor will, dass Europa den Asyl-Streit löst

Philipp Amthor will zurück zum Anfang der Debatte.
Philipp Amthor will zurück zum Anfang der Debatte.
Michael Kappeler

Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Torgelow äußerte sich in einem Essay zum Asyl-Streit in der Union. Für ihn muss die Debatte zurück zum Anfang.

Der MV-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (CDU) hält eine Versöhnung im Asyl-Streit noch immer für möglich. In einem Essay in der „Welt” warb er am Freitag dafür, die Migrations-Debatte wieder auf eine Kernfrage zu konzentrieren. Doch für eine Seite – Seehofer oder Merkel – will er sich offenbar nicht entscheiden.

Für Amthor müssen CDU und CSU zurück zum Anfang: Die Union solle gemeinsam klarstellen, dass der Staat Zuwanderung steuern könne. Probleme wie mühselige Abschiebevorgänge oder Migration in die Sozialkassen dürften weder hochgeschaukelt noch kleingeredet werden. „Unsere Regierungskoalition ist es der Bevölkerung gemeinsam schuldig, die Antworten auf die Schattenseiten der Migration mit festem Willen zu geben”, betonte Amthor.

Europa soll den Streit klären

Die entscheidenden Gespräche im Asyl-Streit kenne er – wie die meisten seiner Kollegen – nur vom Hörensagen. Auf der einen Seite verurteilte Amthor die Öffentlichkeit dafür, vorschnell mit der Kanzlerin abzurechnen. Gleichzeitig forderte er aber von Merkel und Seehofer, sich auf ein klares Signal zu einigen.

Eine Lösung der Auseinandersetzung hält Amthor in erster Linie auf europäischer Ebene für möglich. Es gebe kein Recht, sich als Asylbewerber sein Land in Europa auszusuchen. „Das Zauberwort Asyl ist auch kein Freifahrtschein zur Überwindung von Staatsgrenzen.” Bestenfalls kläre Europa den Streit.