Gute Laune bereits am Nachmittag: AfD-Spitzenkandidat Bernd Lucke im Vorfeld der Wahlparty der Alternative für Deutschland zur Europawahl in Berlin. Hannibal Hanschke/dpa
Europäische Union

Union gewinnt Europawahl, AfD stark, NPD abgeschlagen

Die Union hat die Europawahl trotz Verlusten gewonnen. Die SPD legt zu. Die Linke bleibt beim Ergebnis von 2009. Die AfD liegt in MV und Brandenburg sogar über dem Bundestrend.
Berlin

Die Unionsparteien haben die Europawahl in Deutschland trotz Einbußen gewonnen und laut Prognosen mit 35,9 Prozent ihre Vorrangstellung bestätigt. Die Verluste der Union basieren auf einem schwächeren CSU-Ergebnis.

Die SPD legt nach ihrem Tief vor fünf Jahren zwar deutlich zu auf 27,2 Prozent , steht aber immer noch ein gutes Stück hinter CDU und CSU. Immerhin liegt sie besser als bei der Bundestagswahl vor acht Monaten (25,7). In Brandenburg liegt die SPD knapp vor der CDU mit 27,2 zu 26,5 Prozent. Im September wird hier ein neuer Landtag gewählt.

Grüne (10,9) und Linke (7,5) erreichen in etwa ihr Ergebnis von 2009.

Der Alternative für Deutschland (AfD) schafft es bei ihrer ersten Europawahl gleich auf 6,7 Prozent. Ihr gelingt nun, was ihr bei der Bundestagswahl im September noch verwehrt geblieben war: der Einzug ins Parlament. In Mecklenburg-Vorpommern liegt sie derzeit bei 6,8, in Brandenburg sogar bei 8 Prozent. 

Die FDP, die im Herbst aus dem Parlament geflogen war, liegt weit unter ihrem bisherigen Europa-Ergebnis, bleibt aber mit 3 Prozent in Straßburg vertreten.

Bei der Europawahl konnten sich diesmal auch andere Kleinparteien eine Chance ‎ausrechnen, weil das Bundesverfassungsgericht im Februar die Fünf-Prozent-Hürde für die Europawahl gekippt hatte. Anders als bei Bundestags- und Landtagswahlen reicht deshalb schon etwa ein ‎Prozent der Stimmen für ein Mandat. Die rechtsextremistische NPD beispielsweise hat einen Sitz. 

Am Sonntag war ein Großteil der gut 400 Millionen Wahlberechtigten in der EU zur Stimmabgabe aufgerufen. Offizielle Ergebnisse gibt es erst am Sonntagabend nach 23 Uhr. Die Wahlhelfer zählen zunächst die Stimmen zur Europawahl aus, danach die der Kommunalwahlen.

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