Deutsche Polizeigewerkschaft
Rainer Wendt will bis 2025 im Amt bleiben

Rainer Wendt ist seit 2007 Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.
Rainer Wendt ist seit 2007 Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.
Carsten Korfmacher

Polizei-Gewerkschafter Rainer Wendt ist bekannt für markige Sprüche und harte Worte. Einen Wechsel in die Politik kann er sich aber nicht vorstellen. Denn Wendt hat andere Pläne.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, hat Gerüchten um einen Wechsel in die Politik eine Absage erteilt. „Ich werde nächstes Jahr erneut für fünf Jahre als DPolG-Bundesvorsitzender kandidieren”, sagte Wendt dem Nordkurier am Freitag in Berlin. Dies habe er dem Vorstand der Gewerkschaft bereits in der vergangenen Woche in einer internen Sitzung mitgeteilt.

Die Wahl wird beim nächsten Bundeskongress der Gewerkschaft im Mai 2020 stattfinden. „Am Ende dieser Amtszeit bin ich 68 Jahre alt, da kann ich höchstens noch amerikanischer Präsident werden”, sagte Wendt in Bezug auf das Gerücht, er würde nach seiner Zeit als Gewerkschafter für ein politisches Amt kandidieren.

Wendt gilt als konservativer Hardliner

Wendt ist seit 2007 Vorsitzender der DPolG, die mit rund 94.000 Mitglieder nach der Gewerkschaft der Polizei (GdP, 185.000 Mitglieder) Deutschlands zweitgrößte Polizeigewerkschaft ist. Der 62-Jährige gilt als Dampfplauderer, der seiner Gewerkschaft durch kontroverse Aussagen und Forderungen in den Medien zu viel öffentlichem Interesse – und damit auch zu einer steigenden Mitgliederzahl – verhalf.

So forderte CDU-Mitglied Wendt in der Vergangenheit unter anderem den polizeilichen Einsatz von Gummigeschossen gegen Demonstranten, den Bau eines Grenzzaunes und die Abschaffung aller Stehplätze in Fussballstadien. Dadurch erarbeitete sich Wendt den Ruf eines konservativen Hardliners.

Gewerkschaft soll jünger und weiblicher werden

Die Wiederwahl Wendts zum DPolG-Vorsitzenden gilt als sicher. In seiner wahrscheinlich letzten Amtszeit plant der gebürtige Duisburger, der 25 Jahre als Schutzpolizist im Schimanski-Bezirk Ruhrort tätig war, vor allen Dingen die Schaffung neuer Führungsstrukturen in der Gewerkschaft.

„Wir müssen jünger und vor allem weiblicher werden”, sagte Wendt am Freitag. Außerdem wolle er die Nachwuchsförderung und die Vereinbarkeit von Familie und Gewerkschaftsarbeit verbessern.