Bis zur Jahresmitte soll endgültig das Schicksal aller real-Märkte besiegelt sein.
Bis zur Jahresmitte soll endgültig das Schicksal aller real-Märkte besiegelt sein. Oliver Berg
Handel

Real zieht Schlussstrich zum 30. Juni

Der Verkauf der SB-Warenhauskette geht auf die Zielgerade, nachdem Kaufland und Edeka viele Standorte erworben hatten. Fest steht: Die Marke „real” wird nicht verschwinden.
Neubrandenburg

Die Zukunft sämtlicher real-Märkte soll bis zur Jahresmitte besiegelt sein. Wie ein Sprecher des Eigentümers SCP auf Anfrage bestätigte, soll zum Stichtag 30. Juni klar sein, welche Standorte auch künftig weiter unter der Marke real firmieren werden. Bis dahin werde auch entschieden, ob Kaufland und Edeka noch weitere einzelne Märkte übernehmen werden. Beide Handelsketten hatten schon den Großteil der real-Märkte gekauft. Das Bundeskartellamt hatte zuvor jedoch den Erwerb einzelner Märkte an beide Unternehmen untersagt, darunter auch in Neubrandenburg.

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5000 Arbeitsplätze gesichert

In dieser Woche hatte der russische Finanzinvestor SCP bekannt gegeben, dass ein Paket von rund 60 Märkten an die Unternehmerfamilie Tischendorf und eine Gruppe von real-Managern verkauft werden soll. Dadurch werde die Zukunft von rund 5000 Arbeitsplätzen gesichert, teilte SCP mit. Tischendorf gilt als Experte bei der Umstrukturierung von Unternehmen. „Real hat einen sehr gesunden Geschäftskern”, sagte Firmenchef Sven Tischendorf. Real solle als SB-Warenhaus mit einem Lebensmittel- und Nonfood-Sortiment substanziell modernisiert und damit sehr erfolgreich neu ausgerichtet werden.

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Kartellamt muss zustimmen

Der SCP-Sprecher konnte noch keine Angaben machen, wo sich die Märkte befinden, die unter der Marke „real” weiter betrieben werden sollen. Die genaue Zahl stehe noch nicht fest, weil über einzelne Standorte derzeit noch verhandelt werde. Bis dahin würden auch keine Einzelheiten zu dem Paket von etwa 60 Märkten bekannt gegeben. Die Aktion stehe zudem unter Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.

Der Finanzinvestor SCP hatte die angeschlagene SB-Warenhauskette Real mit ihren rund 270 Märkten im Jahr 2020 vom Handelskonzern Metro erworben. Erklärtes Ziel war es, so viele Standorte wie möglich an andere Eigentümer zu geben. In den vergangenen Monaten waren in diesem Zusammenhang rund 40 einstige real-Märkte geschlossen worden, für die das Unternehmen keine Zukunft sah.

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