WIRTSCHAFT

Rostocks Überseehafen trotzt Corona

Die Passagierzahlen gingen zwar zurück, aber der Frachtverkehr über den Rostocker Hafen hat sich in diesem Jahr schon wieder erholt. Bis alles wieder normal läuft, dauert es aber noch.
dpa
Der Frachtverkehr hat sich erholt.
Der Frachtverkehr hat sich erholt. Jens Büttner
Rostock ·

Mit einem Umschlagrekord hat der Überseehafen Rostock das erste Halbjahr 2021 abgeschlossen. Wie Hafen-Geschäftsführer Gernot Tesch am Mittwoch berichtete, gingen von Januar bis Ende Juni 14,4 Millionen Tonnen über die Kaikanten. Das waren 1,7 Millionen Tonnen oder 13 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr des Vor-Corona-Jahres 2019 waren es noch 13,3 Millionen Tonnen.

50.000 Passagiere weniger im ersten Halbjahr

In den ersten sechs Monaten verringerte sich die Zahl der beförderten Fährpassagiere coronabedingt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 50.000 auf 488.000 Passagiere. Allerdings stabilisierten sich die Zahlen in der aktuellen Urlaubssaison, berichteten die Fährreedereien.

Auch die rollende Fracht im Fähr- und im sogenannten RoRo-Verkehr konnte nach den Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr „einen bemerkenswerten Zuwachs” von 20 Prozent verzeichnen, hieß es. Die Bilanz des ersten Halbjahres bestätige die wirtschaftliche Dynamik der Rostocker Hafenwirtschaft, betonte Geschäftsführer Jens Scharner. Die Hafenwirtschaft insgesamt habe gezeigt, wie anpassungs- und reaktionsfähig sie sei. Komplette Ausfälle, die das Wachstum in den kommenden Jahren beeinträchtigen könnten, habe es bislang nicht gegeben.

„Ich glaube aber, dass wir mindestens drei Jahre brauchen, um wieder Zahlen wie vor der Corona-Pandemie zu sehen”, sagte Scharner. So bestehen unter anderem bei den Fährreedereien hohe Unsicherheiten über die weitere Entwicklung beispielsweise wegen möglicher Einreisebeschränkungen. Das führe dazu, dass sich das Verhalten der Passagiere rasch ändern kann. „Das macht die Planbarkeit für die Reedereien schwierig.”

Neue Seidenstraße von Vorteil

Eine positive Entwicklung während der Pandemiezeit sei der schnelle Transportweg von Containern über die neue Seidenstraße, sagte Tesch. Dabei werden Container zwischen China und Europa per Bahn und zwischen Kaliningrad und Rostock per Schiff befördert. Von Rostock aus erfolge die Weiterverteilung nach Nordeuropa sowie mit der Bahn nach ganz Europa, etwa nach Verona in Norditalien.

Coronabedingt werden in diesem Jahr am Passagierkai in Warnemünde deutlich weniger Schiffe anlegen. Erst am 1. Juli legte mit der „Aidasol” das erste Kreuzfahrtschiff mit Passagieren an Bord an. Bis 5. Dezember stehen rund 40 Anläufe auf dem Plan. Im Jahr 2019 waren es 196.

Nach dem kompletten Ausfall des Kreuzfahrtsegments im vergangenen Jahr hoffe der Hafen, dass die für den Kreuzfahrtbetrieb notwendigen Strukturen stabil geblieben sind. Dazu gehörten beispielsweise die Dienstleister oder Zulieferer. „Das hat uns in den letzten Wochen viele Sorgen bereitet”, sagte Scharner.

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