„Trident Juncture”
Russische Raketenübung in Nato-Manövergebiet geplant

Zu dem Nato-Manöver bei Norwegen werden 50.000 Soldaten aus 29 Ländern erwartet.
Zu dem Nato-Manöver bei Norwegen werden 50.000 Soldaten aus 29 Ländern erwartet.
Jouni Laaksomies

50.000 Soldaten aus Nato-Staaten trainieren in Norwegen gerade für den Bündnisfall. Jetzt möchten auch die Russen dort Übungen abhalten.

Die russische Marine will Schießübungen vor der norwegischen Küste in einem Gebiet abhalten, wo auch die Nato gerade trainiert. Das geht aus einer Mitteilung der norwegischen Flugsicherung Avinor von Montag hervor.

In einem Avinor-Hinweis für Zivilpiloten („Notam”, „Notice to airmen”) ist von einem Areal vor Norwegens Westküste in Höhe der Stadt Trondheim die Rede. Hier wolle die russische Marine in internationalen Gewässern vom 1. bis 3. November Raketen abfeuern. Das Testgebiet überschneidet sich teilweise mit dem Manövergebiet der Nato-Übung Trident Juncture 18, die zurzeit in Norwegen stattfindet.

Die Routinemeldung lasse den Piloten die Entscheidung, das Gebiet zu meiden, sagte Avinor-Kommunikationschef Erik Lødding im staatlichen Rundfunk NRK. Das norwegische Militär erklärte, die russische Übung sei bekannt und würde das Manöver Trident Juncture nicht beeinträchtigen.

Zurzeit trainieren in Norwegen rund 50.000 Soldaten aus den Nato-Staaten für den Bündnisfall, das heißt den Beistand für ein angegriffenes Nato-Mitglied. Die Bundeswehr stellt allein rund 10.000 Soldaten für das Manöver. Dass deutsche Soldaten in so großer Truppenstärke bei „Trident Juncture“ vertreten sein werden, liegt auch daran, dass die Bundeswehr im kommenden Jahr die sogenannte Speerspitze der Nato stellen wird. Diese schnelle Eingreiftruppe – mit Beteiligung von Soldaten aus Bundeswehrstützpunkten in Sanitz, Bad Sülze und Neubrandenburg – soll bei dem Großmanöver ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen.