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Neue Discounter-Kette

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Russischer Discounter will Ostdeutschland erobern

Die Verkaufsflächen sollen zwischen 800 und 1200 Quadratmeter liegen – sehr viel kleiner als die der Konkurrenz.
Die Verkaufsflächen sollen zwischen 800 und 1200 Quadratmeter liegen – sehr viel kleiner als die der Konkurrenz.
Uwe Anspach (Archiv)

Aldi, Lidl, Penny & Co könnten demnächst in Ostdeutschland Konkurrenz bekommen. Torgservis, so der Name einer russischen Kette, will mit einem sehr schlichten Angebot in den Markt einsteigen.

Der russische Lebensmitteldiscounter Torgservis will den Großen der Branche vor allem in Ostdeutschland die Suppe versalzen. Wie die „Lebensmittelzeitung“ berichtet, suche die TS Markt GmbH mit Stammsitz im sibirischen Krasnojarsk von Berlin aus „mehr als 100“ Mietstandorte unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin.

Die Verkaufsflächen sollen zwischen 800 und 1200 Quadratmeter liegen – sehr viel kleiner als die der Konkurrenz. Noch scheinen die Pläne eher im Anfangsstadium. Zwar wirbt der Discounter auf seiner Webseite bereits um Führungskräfte, aber noch nicht um Ladenpersonal.

Der Lebensmitteleinzelhandel gilt in Deutschland als ziemlich gesättigt. Rund 43 Prozent des Umsatzes sollen dabei nach Branchenangaben von Billiganbietern gemacht werden. Rechnen sich die Russen da wirklich Chancen aus? Ganz offensichtlich. Während Aldi, Lidl & Co immer mehr Filialen aufmotzen, auf mehr Komfort, mehr Waren, mehr Einkaufserlebnis setzen, baut Torgservis auf ein betont minimalistisches Konzept.

Experten bezweifeln Discounter-Erfolg in neuen Bundesländern

Frei nach dem Slogan „Jeden Tag nur günstige Preise“ erinnert das Herangehen an die Anfangszeiten hiesiger Discounter. In der fernen russischen Heimat bietet der Händler in lagerhallen-ähnlichen Märkten zwischen 1500 und 2000 meist Eingenmarken-Artikel an, die sich vorwiegend auf Paletten stapeln – also extrem kostenoptimiert. Die durchschnittlichen Einrichtungskosten sollen laut „Lebensmittelzeitung“ unter 1 Million Rubel (13.130 Euro) pro Filiale liegen.

Doch auch die deutschen Discounter verfügen anerkanntermaßen nach wie vor über sehr effiziente Strukturen, setzen vor allem aber auf hohe Qualitätsstandards der Waren. Deshalb bezweifeln Experten wie Denise Klug von „LZ Retailytics“, einer Analyseplattform für den Einzelhandel, ob das russische Konzept auch in den neuen Bundesländern aufgehen wird. Zwar ist hierzulande die Kaufkraft geringer, nicht aber der Anspruch der Kunden an Güte und Qualität.

Auch das deutsche Lebensmittelrecht könnte sich laut Klug als nicht leicht zu nehmende Hürde für den sibirischen Discounter erweisen, Dieser Herausforderung müsse sich das Unternehmen Torgservis stellen, das bisher nur Filialen in Russland und einigen russischen Nachbarländern hat.