VON WEGEN LIBERAL

Sahra Wagenknecht wirft Linken „Intoleranz” vor

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht ist die „selbstgerechte Attitüde” vieler Linker leid. Sie wirft dem linken Milieu eine anmaßende Grundhaltung vor.
Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht
Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht Maurizio Gambarini
Berlin ·

Die frühere Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, ist in einem Interview mit der Welt hart mit den Anhängern ihrer eigenen politischen Richtung ins Gericht gegangen. Diejenigen, die sich selbst für „linksliberal” hielten, seien es in Wirklichkeit gar nicht, so Wagenknecht. Viel mehr müssten sie sich eigentlich „linksilliberal” nennen. Es herrsche eine „zunehmende Intoleranz”

„Wer nicht für mich ist, ist kein Andersdenkender, sondern ein schlechter Mensch”

Weiter sagte die Politikerin, die sich dieses Jahr erneut um ein Bundestagsmandat für ihre Partei bewirbt, über die Geisteshaltung vieler Linker: „Wer nicht für mich ist, ist kein Andersdenkender, sondern ein schlechter Mensch. Das ist ein typisches Herangehen des linksliberalen Milieus: Wer für eine Begrenzung von Zuwanderung ist, ist ein Rassist. Wer CO2-Steuern kritisiert, ein Klimaleugner. Und wer die Schließung von Schulen, Restaurants und Fitnessstudios nicht für richtig hält, ein ‘Covidiot’.“

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Wagenknecht sagte außerdem, es müsse endlich Schluss damit sein, Debatten zu moralisieren und Leute niederzumachen: „Alle – vom konservativen bis zum linken Spektrum –, die ein Interesse daran haben, dass unser Land nicht wie die USA endet, mit dieser extremen Spaltung, sollten die Fähigkeit zurückgewinnen, mit Anstand und Respekt zu diskutieren.” Wer bestimmte Meinungen nicht teile, sei noch lange kein Nazi, der ‘gecancelt’ werden müsse, so Wagenknecht.

Linkes Mileu lebt in einer „Filterblase”

Sie sagte auch: „Im vergangenen Jahr haben 153 international bekannte Intellektuelle, unter ihnen Noam Chomsky und Salman Rushdi, öffentlich davor gewarnt, dass dadurch das Meinungsspektrum immer weiter eingeengt wird.” Diese Strömung stamme aus der „neuen akademischen Mittelschicht der Großstädte”, was „ein relativ privilegiertes Milieu” sei, „das heute weitgehend abgeschottet lebt, eine Filterblase im realen Leben.”

Wagenknecht forderte für ihre eigene Partei: „Im Mittelpunkt unserer Politik müssen soziale Themen stehen, nicht Sprachverrenkungen und Lifestyle-Fragen. Und Linke müssen die selbstgerechte Attitüde ablegen, die viele Wähler vertrieben hat.”

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Als weitere Beispiele nannte Wagenknecht etwa, dass es erlaubt sein müsse, wenn man feststelle, dass es in Deutschland ein Problem mit dem radikalen Islam gebe. Auch die Feststellung, dass es kaum möglich sei, eine Schulklasse zu unterrichten, in der Hälfte der Kinder kein Deutsch spreche, mache noch niemanden zum Rassisten.

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Kommentare (2)

eine Politikerin, die bedauerlicherweise einer, für mich unwählbaren Partei angehört, ist ein Musterbeispiel an Scharfsinnigkeit, rationales Denken, Ehrlichkeit, Realismus und Weitsichtigkeit. Politiker ihres Niveaus sind auf allen politischen Ebenen Mangelware, stattdessen tummeln sich Massen an Traumtänzern in der Bundes- und Landespolitik, die die Veränderungen in unserem Land nicht wahrnehmen.

wäre sie, wenn sie nicht diesen Linken Hemmschuh am Bein hätte...

Schön das sie ebenfalls feststellt, was man hier schon vergebens dem ein oder anderen „besseren“ Menschen versuchte zu erklären...das sowas nun schon aus den eigenen Reihen kommt, sollte Ihnen zu denken geben, aber genau da fängt deren Problem an...