Die Corona-Regelungen an Schulen und Kitas unterscheiden sich in den Bundesländern.Die Gewerkschaft fordert endlich ein b
Die Corona-Regelungen an Schulen und Kitas unterscheiden sich in den Bundesländern.Die Gewerkschaft fordert endlich ein bundesweit einheitliches, verbindliches Vorgehen” (Symbolbild). Klaus-Dietmar Gabbert
Lockdown

Scharfe Kritik an Lockdown-Regeln für Schulen und Kitas

Die Corona-Beschlüsse zu den Schulen und Kitas haben laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zu viele Schlupflöcher. In MV besucht fast die Hälfte der Kinder derzeit Kita oder Hort, weniger sind es in der Schule.
dpa
Berlin

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert den Bund-Länder-Beschluss zur Bekämpfung der Corona-Pandemie scharf, da dieser zu viele Schlupflöcher habe.

Die Länder könnten auch nach dem Beschluss von Dienstagabend, den Lockdown für Schulen und Kitas bis zum 15. Februar zu verlängern, entscheiden, „wie sie die Vereinbarung umsetzen”, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). „Damit bleibt es beim föderalen Flickenteppich in der Bildung.”

Mehr lesen: Schwesig und Merkel zoffen sich um Schulschließung

Bund und Länder hatten den Lockdown aus Sorge über die Virusmutation bis Mitte Februar verlängert. Auch Schulen und Kitas sollen nach dem Beschluss bis dahin weiter geschlossen bleiben. Doch deutete sich an, dass die Länder diese umstrittene Entscheidung unterschiedlich umsetzen werden.

Präsenzpflicht ausgesetzt

Grundsätzlich begrüße die GEW, dass die Präsenzpflicht für Schulen und Kitas zur Eindämmung der Pandemie weiterhin ausgesetzt sei. Tepe wies aber darauf hin, dass aus Gewerkschaftssicht alle Seiten – Lehrer, Kinder und Eltern – „endlich ein bundesweit einheitliches, verbindliches Vorgehen” wollten.

Schulen und Kitas bräuchten eine klare Strategie und einen verlässlichen Stufenplan, der vorgebe, bei welchen Ansteckungszahlen welche Maßnahmen greifen. „Die Akzeptanz der Beschlüsse sinkt bei allen an Schule und Kita Beteiligten, wenn die Länder wie bisher auch bei vergleichbaren Inzidenzzahlen unterschiedliche Maßnahmen ergreifen”, sagte Tepe.

Mehr lesen: Die Corona-Zahlen in den einzelnen Regionen der Seenplatte

Ausstattung für Distanzunterricht nicht ausreichend

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. „Wir unterstützen diesen Beschluss, da die Schließung von Schulen nachweislich einen hohen Anteil an der Reduktion des Infektionsgeschehens in der Bevölkerung hat”, sagte er dem RND zu der Bund-Länder-Entscheidung. „Die Kanzlerin hat in der Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass auf die restriktive Umsetzung gedrungen werden muss”, sagte Beckmann. „Dies sollten die Kultusministerien ernst nehmen und entsprechend agieren.”

GEW-Chefin Tepe kritisierte darüber hinaus, dass die Schulen immer noch nicht ausreichend für das Fernlernen ausgestattet seien. „Die Kultusministerinnen und -minister müssen hier endlich mehr Tempo machen.” Trotz aller Fortschritte gebe es bis heute keine flächendeckende Versorgung mit digitalen Endgeräten, stabilem Internet WLAN oder ausreichend Geld für IT-Administratoren, sagte Tepe.

Fast die Hälfte aller Kinder in MV derzeit in Kita oder Hort

Fast die Hälfte aller Kita- und Hortkinder wird trotz der Corona-Pandemie derzeit in Mecklenburg-Vorpommern außer Haus betreut. "55,7 Prozent der etwa 110 000 Kinder, die regulär in Krippe, Kindergarten oder Hort gefördert werden, werden zurzeit zu Hause betreut", sagte der Sprecher des Sozialministeriums, Alexander Kujat, am Dienstag in Schwerin. Das habe eine Abfrage des Ministeriums bei den Landkreisen und kreisfreien Städten mit Stichtag 14. Januar ergeben. In der Woche davor sei der Anteil der Kinder zu Hause mit 57 Prozent noch etwas höher gewesen.

Mehr lesen: Hier finden Sie die aktuellen Regelungen für MV.

Vor allem kleine Kinder werden demnach trotz der Appelle der Landesregierung, sie möglichst zu Hause zu betreuen, in die Kita gebracht. In der Krippe besuchen derzeit fast 60 Prozent (58,4) eine Einrichtung. Im Kindergarten waren es am Stichtag 51,9 Prozent. In den Hort hingegen, wo Grundschüler vor und nach dem Unterricht betreut werden können, kamen 28,7 Prozent.

18 Prozent der Schüler in der Schule

Von den Schülern und Schülerinnen in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Bildungsministeriums 18 Prozent in der Schule. Am häufigsten werden demnach Grundschüler von ihren Eltern in die Schule geschickt: 30 Prozent sind es aktuell, von den Schülern in Klasse 5 und 6 den Angaben nach 14 Prozent. Außerdem können die Schüler und Schülerinnen der Abschlussklassen am Präsenzunterricht teilnehmen. Von jenen, die dieses Jahr Abitur oder Mittlere Reife ablegen wollen, nutzen derzeit 68 Prozent das Angebot, so das Ministerium. In den Abschlussklassen der Berufsschulen seien es nur 28 Prozent.

Mehr lesen: MV-Schulen fast den gesamten Februar zu

Corona-Update per Mail

Der regelmäßige Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark. Jetzt kostenfrei anmelden!

zur Homepage