MASKENPFLICHT BEHALTEN

„Schnutenpulli” ist Vorsorge und nicht Bezahlschranke

Der „Schnutenpulli” ist der geringste Einschnitt in unser aller Leben und kein Eingriff in unsere Freiheit. Daher sollte die Maskenpflicht beibehalten werden, findet unsere Kommentatorin.
Einkaufen mit Gesichtsmaske: In MV könnte diese Pflicht bald ein Ende haben.
Einkaufen mit Gesichtsmaske: In MV könnte diese Pflicht bald ein Ende haben. Tobias Hase
Neubrandenburg.

Dieser Kommentar ist Teil eines Pro-und-Contras. Hier argumentiert unser Kommentator gegen die Maskenpflicht.

Harry Glawe will die Maskenpflicht im Einzelhandel im August lockern. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten”, so der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern. Tatsächlich sind die Infektionszahlen im Nordosten in der Corona-Krise konstant die niedrigsten in Deutschland geblieben.

Diese niedrigen Zahlen lassen sich jedoch auch auf Vorsichtsmaßnahmen zurückführen. Die Landesregierung hat sich oft genug selbst dafür gelobt. Dazu gehört neben dem Mindestabstand die Maskenpflicht. Glawe argumentiert, dass der Einzelhandel auf die Abschaffung drängt. Ratlose Frage: Wieso sollte die Maskenpflicht Menschen vom Einkaufen abhalten? Innerhalb der vergangenen Monate hat sich das Tragen bei vielen zur Routine entwickelt. Hindert der Mundschutz uns am Bezahlen, weil sich die Hand mit den Euro-Scheinen immer wieder am Gummiband verfängt? Klingt albern, ist es auch.

 

Kein Unternehmen geht deswegen pleite

Herr Glawe sollte in der Krise auch als Gesundheitsminister agieren, der er auch ist, und nicht nur die Interessen der Wirtschaft im Blick haben. Weltweit steigen die Infektionszahlen weiter, am Wochenende wurden mehr als 200.000 Fälle an nur einem Tag registriert. Gerade jetzt, wo wieder Touristen ins Land dürfen, erhöht sich auch das Risiko in MV. Etliche Studien zeigen, dass das kollektive Masken-Tragen dieses Risiko deutlich mindert. Der Schnutenpulli ist der geringste Einschnitt in unser aller Leben. Er ist kein Eingriff in unsere Freiheit. Kein Unternehmen muss dafür schließen, keines geht pleite. Warum also auf das letzte Stückchen Sicherheit verzichten?

Sie sind anderer Meinung? Hier argumentiert unser Kommentator gegen die Maskenpflicht. Oder stimmen Sie bei unserer Umfrage selbst ab!

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Kommentare (2)

dem ist nichts hinzu zufügen

Eigentlich habe ich hier Argumente für das Tragen der "Alltagsmasken" erwartet.
Stattdessen liest man Plattitüden wie "Er ist kein Eingriff in unsere Freiheit" - wenn ich nicht frei entscheiden darf, ob ich unter zweifelhaften Umständen jemand anderes mit einer "Alltagsmaske" schützen kann (was ohnehin NICHT bewiesen ist), so ist das eben ein Eingriff in meine Freiheit!
Oder "Kein Unternehmen muss dafür schließen, keines geht pleite" - da ich mich mit den "Alltagsmasken" möglichst wenig selbst schädigen möchte, kaufe ich jetzt leider nur noch das nötigste vor Ort. Der größere Umsatz kommt somit den Versandhändlern zu gute und es liegt durchaus im Bereich des Möglichen, dass der eine oder andere lokale Laden das auf Dauer nicht verkraftet.
Oder "Weltweit steigen die Infektionszahlen weiter..." - das liegt an den kumulierenden Statistiken, da können Zahlen per se nicht fallen! Besser wäre es, mal darüber zu berichten, wie viele echte Infizierte wir in MV überhaupt noch haben - oder erwarten wir so viele Touristen aus einem internationalen Hotspot im fernen Ausland?