UMFRAGE

Schwächen von Laschet und Baerbock beflügeln Scholz und SPD

Wenn Olaf Scholz in der frühen Phase des Wahlkampfes sagte, „wenn ich Kanzler bin”, quittierten das manche mit gönnerhaftem Lachen. Jetzt lacht keiner mehr.
dpa
Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) hat in Umfragen aktuell die Nase vorne.
Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) hat in Umfragen aktuell die Nase vorne. Swen Pförtner
Berlin ·

Dass die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz in Umfragen zurzeit die Nase vorne hat, liegt nach Ansicht der Deutschen in erster Linie an den Schwächen seiner Mitbewerber und weniger an seiner eigenen Persönlichkeit. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

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Auf die Frage, weshalb die Sozialdemokraten und Finanzminister Scholz jetzt deutlich mehr Zustimmung erfahren als noch vor einem Monat, antwortete etwa jeder zweite Teilnehmer (51 Prozent), dass er vor allem von den Schwächen von Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) profitiere.

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Woran liegt es?

Zwölf Prozent glauben, der Aufwärtstrend sei vor allem auf die Persönlichkeit von Olaf Scholz zurückzuführen. Lediglich sieben Prozent der Teilnehmer der Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur vermuten, dass „die Botschaften, mit denen die SPD sich im Wahlkampf präsentiert”, hier der entscheidende Faktor sind.

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Weitere sechs Prozent der Deutschen glauben, dass es vor allem daran liegt, dass SPD-Politiker, die außerhalb der Partei eher unbeliebt sind, im Wahlkampf keine prominente Rolle spielen. 24 Prozent der Befragten nannten sonstige Gründe, trauten sich kein Urteil in dieser Frage zu oder machten keine Angaben.

Laschet und sein Team ziehen seit Wochen mit der Aussage durch die Lande, wer die SPD wähle, ebne womöglich einer rot-grün-roten Koalition den Weg zur Macht. Scholz lässt sich bislang jedoch keine klare Ansage für oder gegen eine solche Koalition entlocken. Er hatte aber ein klares Bekenntnis zur Nato zur Bedingung für alle potenziellen Koalitionspartner gemacht. Die Linke strebt eine Auflösung des Bündnisses an.

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Wie wichtig sind die Aussagen zu Koalitionen?

Auf die Frage, wie wichtig für sie eine klare Koalitionsaussage der Spitzenkandidaten sei – unabhängig von einem möglichen Bündnis von SPD, Grünen und Linkspartei -, antwortete fast jeder Zweite (49 Prozent), dies sei eher wichtig oder sogar „sehr wichtig, weil ich eine Regierungsbeteiligung bestimmter Parteien ausschließen möchte”. Für 31 Prozent der Wählerinnen und Wähler ist so eine Aussage dagegen eher unwichtig oder sogar sehr unwichtig, weil sie „das Wahlprogramm und das Spitzenpersonal” entscheidend finden.

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In den jüngsten Umfragen lag die SPD vor der Union. Die Grünen sehen die Meinungsforscher aktuell auf dem dritten Platz. Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet.

Hinweise zu der Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der zwischen dem 3. und 7 September 2021 bundesweit 2017 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Die Frage lautete: „Die SPD und ihr Kanzlerkandidat Olaf Scholz stehen in den Wählerumfragen heute viel besser da als noch vor einem Monat. Woran liegt das Ihrer Ansicht nach vor allem?”

 

Noch unentschieden? Mit dem Wahlswiper lassen sich die Positionen der verschiedenen Parteien bei der Landtagswahl 2021 in Mecklenburg-Vorpommern vergleichen. Lesen Sie hier dazu mehr.

* Diese App ist ein kostenloses Angebot des Vereins WahlSwiper. Der Nordkurier ist dafür inhaltlich nicht verantwortlich.

 

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Kommentare (2)

hat doch auch schon wieder Dreck am Stecken...

Hab ich gestern gelesen: "Die diesjährige Bundestagswahl erinnert mich an Schrottwichteln." Passt.