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Schwesig rechnet mit Nachzug von Flüchtlingsfamilien

Familienministerin Manuela Schwesig
Familienministerin Manuela Schwesig
Wolfgang Kumm

Während Familienministerin Schwesig erwartet, dass bei vielen Flüchtlingen Ehepartner und Kinder nachkommen werden, bündelt die Kanzlerin die Koordination der Flüchtlingshilfe im Kanzleramt.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erwartet bei den Flüchtlingen in Deutschland einen starken Familiennachzug. „Wir rechnen damit, dass sehr viele Frauen und Kinder nachkommen“, sagte die SPD-Politikerin in einem Interview. Zahlen nannte sie nicht.

Die offizielle Prognose lautet bislang, dass im Gesamtjahr etwa 800 000 Asylbewerber nach Deutschland kommen.

Das 2005 in Kraft getretene Aufenthaltsgesetz erlaubt den Zuzug von Ehepartnern und Kindern. Schwesig forderte, bei allen Maßnahmen zum Schutz, zur Versorgung und zur Integration müssten Frauen und Kinder Vorrang haben. Es sei zudem „unabdingbar, dass das Thema der Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein Schwerpunkt ist in den Integrationskursen“. Die Grünen-Fraktionsvize Katja Dörner sagte: „Wenn wir jetzt vorausschauend investieren, sind die Kinder und Jugendlichen, die nachziehen, eine große Chance für unsere Gesellschaft.“

Die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit etwa 300.000 zusätzlichen Flüchtlingskindern im Schulalter.

Unterdessen hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bewältigung des Flüchtlingsandrangs zur Chefsache gemacht. Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) soll künftig als Gesamtkoordinator die auf verschiedene Ministerien verteilten Aufgaben bündeln und besser als bisher koordinieren.