Unsere Themenseiten

:

Sechs Marinesoldaten angeklagt

Meuterei in der Marine
Meuterei in der Marine: Dafür droht sechs Soldaten nun eine Haftstrafe.
Carsten Rehder

Während eines Auslandeinsatzes sollen die Männer einen Vorgesetzten gedemütigt und beleidigt haben. Dafür droht ihnen nun eine Haftstrafe bis zu fünf Jahren.

Die Rostocker Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Meuterei gegen sechs Marinesoldaten erhoben. Den 22 bis 27 Jahre alten Soldaten werde vorgeworfen, während eines Auslandseinsatzes im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut einen vorgesetzten Bootsmann an einen Tisch gefesselt und ihm mit einem wasserunlöslichen Stift die Bemerkung "Hier wohnen die Mongos" auf den Unterschenkel geschrieben zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Weitere Anklagepunkte lauten Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung.

Die Aktion der Soldaten im vergangenen Februar sei als "Denkzettel" für eine Äußerung des Bootsmanns gedacht gewesen, die die Untergebenen als beleidigend empfanden. Sie hätten ihre Tat fotografiert. Der Strafrahmen für Meuterei reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Meuterei von Soldaten

Fernab aller Südseeromantik wie bei der Meuterei auf der "Bounty" ist die Auflehnung in Uniform bis heute ein Straftatbestand. Nach dem Wehrstrafgesetz (WStG) machen sich Soldaten strafbar, die "sich zusammenrotten" und einen Vorgesetzten bedrohen oder tätlich angreifen. "Rädelsführer" begehen laut Gesetz einen besonders schweren Fall von Meuterei und können bis zu zehn Jahre hinter Gittern landen. Wer sich "nur an der Zusammenrottung beteiligt, jedoch freiwillig zur Ordnung zurückkehrt", bevor ein Vorgesetzter bedroht wird, kann mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden.