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Abstimmung in der SPD

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So leidenschaftlich bekämpfen Nordost-Jusos die GroKo

Die Jungsozialisten trommeln leidenschaftlich gegen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union – vor allem auch im Netz.
Die Jungsozialisten trommeln leidenschaftlich gegen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union – vor allem auch im Netz.
Klaus-Dietmar Gabbert

Bei den Sozialdemokraten wird hinter den Kulissen hart gerungen. Besonders engagiert gegen eine Groko-Neuauflage sind dabei die jungen Mitglieder der SPD.

Die Jungsozialisten Mecklenburg-Vorpommerns gehören zu den entschiedenen Befürwortern der Oppositionsrolle im Bund. Der Greifswalder Stephan Schumann ist Vize-Chef bei den Jusos und glaubt, dass man gut daran getan hätte, beim strikten „Nein zur Groko” zu bleiben. Im Nordkurier-Interview erklärte er, dass die inhaltlichen Überschneidungen mit der Union nach vier Jahren Großer Koalition „wirklich aufgebraucht” sind. Es gäbe gerade bei den großen Fragen zu wenig Übereinstimmungen, um etwas zu erreichen.

Auf Twitter feiern die Jusos MV jeden Orts- und Kreisverband, der sich gegen Koalitionsverhandlungen positioniert. Immer wieder wird Landesvorsitzende und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die auch sehr aktiv auf Twitter ist, mit Positionen konfrontiert, die es nicht ins Sondierungspapier geschafft haben. Außerdem wird für die „NoGroKo”-Kundgebung am Freitag in Güstrow geworben.

Auf Facebook begründen junge SPDler wie Juso-Landeschef Christian Winter, Johannes Barsch oder die Mitglieder der Jusos Schwerin in kurzen Videostatements, warum sie gegen die Neuauflage der GroKo sind. Die Inhalte des Sondierungspapier werden in einem anderen Beitrag Satz für Satz auseinandergepflückt und mit dem SPD-Programm verglichen. Die Jusos werben um Neumitglieder, die noch vor dem Mitgliederentscheid in die Partei eintreten und mit „Nein” stimmen sollen. Und die Juso-Gruppe Vorpommern-Rügen zitiert im Titelbild SPD-Legend Regine Hildebrandt: „Mit den Arschlöchern von der CDU koaliere ich nicht!”

Gern wird auch noch mal auf die Aussage von CSU-Chefunterhändler Alexander Dobrindt reagiert, der der SPD und speziell Martin Schulz empfohlen hatte, den „innerparteilichen Zwergenaufstand” doch gefällligst in den Griff zu bekommen. Die Jusos MV antworteten mit einem Bild eines martialischen Herr-der-Ringe-Zwergs und dem Statement: „Lieber Alexander Dobrindt, man sollte Zwerge niemals zu einem Aufstand provozieren.”

Auch die stellvertretende Juso-Landesvorsitzende Lilly Blaudszun gibt sich kämpferisch. Ihren Tweet aus dem November „GroKo und es knallt” hat sie ganz oben im Nachrichtenstrom angeheftet, auch innerparteilich will sie gerne Überzeugungsarbeit leisten: „Genoss*innen aus MV, die gegen die GroKo sind, können sich gerne mal bei mir melden :)".

Felix Willer, Juso-Chef in der Seenplatte, hat für die Abstimmung im Ortsverein Neubrandenburg die ausgedruckten „Ergebnisse der Sondierungsgespräche” kurzerhand per Kuli in „Der Untergang der SPD mithilfe von CDU&CSU” umbenannt. Natürlich war der resultierende Tweet mit dem Schlagwort „#NoGroKo” gekennzeichnet, das sich in den Sozialen Netzwerken zunehmender Beliebtheit erfreut. Noch etwas alberner geben sich schließlich die Jusos Brandenburg: Auf Instagram vergleichen sie die Neuauflage einer großen Koalition mit einem Schlittenfahrer, der nach einem Sprung über einen viel zu hohen Absatz plötzlich sehr unsanft auf dem Hintern landet.

Was mit der SPD bei einer Neuauflage der Groko passiert. #nogroko

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