Wirtschaftskrise

So schätzt die Finanzaufsicht die Evergrande-Gefahr für Deutschland ein

Experten befürchten, ein Kollaps des Unternehmen könnte eine erneute Weltwirtschaftskrise wie 2008 auslösen. Was das für deutschel Anleger bedeuten würde, dazu hat sich die Finanzaufsicht geäußert.
dpa
300 Milliarden Euro Schulden hat der chinesische Konzern Evergrande angesammelt. Kann ein Zusammenbruch des des Immobilienunte
300 Milliarden Euro Schulden hat der chinesische Konzern Evergrande angesammelt. Kann ein Zusammenbruch des des Immobilienunternehmen auch Auswirkungen auf deutsche Anleger haben? HECTOR RETAMAL
Berlin

Die Finanzaufsicht Bafin sieht derzeit keine Veranlassung für eine vertiefte Prüfung deutscher Banken wegen der Krise des chinesischen Immobiliengiganten Evergrande. „Im vorliegenden Fall schätzt die Bafin das Exposure der deutschen Finanzwirtschaft auf Basis der ihr aus dem aufsichtlichen Meldewesen vorliegenden Informationen aktuell als so gering ein, dass sie diesbezüglich von den unter ihrer Aufsicht stehenden Instituten bislang keinen Stresstest angefordert hat”, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Reginald Hanke.

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Anleger befürchten Zhalungsausfall

Im Kern würde es bei einem solchen Test darum gehen, zu klären, wie groß die Gefahr wäre, dass Banken Kreditausfälle verkraften müssten, sollte sich die Evergrande-Krise weiter zuspitzen. Evergrande ist der zweitgrößte Immobilienentwickler Chinas. Der Konzern hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Milliarden Dollar angehäuft, Anleger befürchten einen Zahlungsausfall. Evergrande muss Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht zu bezahlen. Der Konzern ist so groß, dass einige Experten eine „Ansteckungsgefahr” für die chinesische Wirtschaft und darüber hinaus befürchten.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) behalte „die Situation aufgrund der dynamischen Entwicklung um die Evergrande Group in Bezug auf mögliche Auswirkungen auf die deutsche Finanzwirtschaft ganz genau im Blick”, teilte das Ministerium mit.

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FDP befürchtet zweiten Wirecard-Fall

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich äußerte sich skeptisch: „Man kann nur hoffen, dass die Bafin mit dieser Unbesorgtheit richtig liegt und nach den Skandalen der letzten Jahre zum Beispiel bei Wirecard mit ihrer Prognose dieses Mal richtig liegt.” Im Fall von Wirecard war weder der Bafin noch den Wirtschaftsprüfern von EY der mutmaßlich über Jahre laufende Milliardenbetrug des inzwischen insolventen Zahlungsdienstleisters aufgefallen.

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Kommentare (1)

Für die "Anleger" würde das nichts bedeuten. Denn im Fall der Fälle "spendet" der Staat denen gerne Kohle. Siehe Corona, alle machen miese nur die Großunternehmen und Aktionäre machen ein fettes Plus dank Staatshilfen und dürfen dieses sogar als Gewinn ausweisen.