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Sommerurlaub möglich? Merkel reagiert zurückhaltend

Inzwischen hat mehr als ein Fünftel der Bundesbürger eine Impfung bekommen. Was bedeutet das für die Corona-Beschränkungen? Wann kann sich jeder impfen lassen? Und besteht Hoffnung für den Sommer?
dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Pressekonferenz nach dem Impfgipfel im Kanzleramt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Pressekonferenz nach dem Impfgipfel im Kanzleramt. Michael Kappeler
Berlin ·

Corona-Impfungen sollen spätestens ab Juni für alle in Deutschland möglich sein – also ohne die bisherige Priorisierung mit einer festen Reihenfolge. „Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann”, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten.

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„Aber dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühen, und die werden dann nach Maßgabe der Versorgung auch gegeben.” Für die immer größere Zahl Geimpfter kommen außerdem Erleichterungen bei Corona-Vorschriften in Sicht – unter anderem bei Einreisen nach Deutschland oder beim Zugang zu Geschäften. Die Bundesregierung plant dazu eine Verordnung.

Merkel bekräftigte angesichts zunehmender Impfstofflieferungen erneut ihr Versprechen, bis Ende des Sommers am 21. September allen Bürgern ein Impfangebot zu machen. In vielen Bundesländern seien inzwischen die ersten zwei Prioritätsgruppen geimpft, teils sei die dritte und letzte Gruppe geöffnet. Im Großen und Ganzen gehe man davon aus, dass diese Gruppe im Mai geimpft werde, „so dass wir dann spätestens, je nachdem wie viele Impfdosen wir bekommen, ab Juni – aber ich sage nochmals: spätestens – die Priorisierung aufheben können”.

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Die Impfpriorisierung

Eine feste Reihenfolge war wegen des anfangs absehbar knappen Impfstoffs eingeführt worden, um Menschen mit dem höchsten Risiko auf schwere und tödliche Corona-Verläufe zuerst zu schützen. In Gruppe 1 kamen über 80-Jährige, Menschen in Pflegeheimen und Gesundheitspersonal mit hoher Ansteckungsgefahr zum Zuge. Gerade laufen Impfungen in der zweiten Gruppe mit Menschen ab 70, Krebskranken, Kita-Erzieherinnen und Grundschullehrkräften.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich für eine Impf-Freigabe im Juni ausgesprochen – nachdem zuvor im Mai die dritte Gruppe zum Zuge kommen soll. Dazu gehören neben über 60-Jährigen etwa Supermarktverkäuferinnen, Busfahrer, Justizbeamte und Lehrkräfte in weiterführenden Schulen. Diese könnten kein Homeoffice machen. „Die warten jetzt seit vier, fünf Monaten darauf”, sagte er im TV-Sender „Welt”. Der nächste Schritt sei das Ende der Priorisierung im Juni. „Wenn es früher geht, weil mehr Impfstoff kommt, gerne auch früher.”

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) betonte, neben impfenden Praxen würden die regionalen Impfzentren der Länder noch lange gebraucht. Es gebe jene, die dort schon Zweittermine gebucht hätten. „Aber wir werden noch große Bevölkerungsgruppen haben, die wir dann auch schnell impfen wollen, wenn man an die Jüngeren denkt, die Studierenden, die Auszubildenden.” Gleichzeitig sollten auch die Betriebsärzte möglichst schnell in die Impfungen einbezogen werden.

Erleichterung für Genese

Merkel und die Länderchefs diskutierten auch über Regelungen für vollständig Geimpfte und Genesene, es gab aber wie erwartet keine Beschlüsse. Der geplanten Verordnung müssen Bundestag und Bundesrat zustimmen, wie Merkel erläuterte. Laut einem Eckpunktepapier der Bundesregierung vom Wochenende könnten Geimpfte und Genesene etwa beim Zugang zu Geschäften und Dienstleistungen wie Friseuren dieselben Ausnahmen bekommen, die für negativ Getestete gelten. Bei der Einreise aus dem Ausland könnte in den meisten Fällen eine Quarantäne wegfallen. Maskenpflicht und Abstand sollten aber auch für Geimpfte, Genesene und Getestete noch länger gelten.

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Merkel sagte mit Blick auf die kommenden Wochen: „Wir werden in eine Übergangsphase kommen, die auch nicht einfach ist.” Es werde immer mehr Geimpfte geben, aber auch immer noch viele Ungeimpfte, die schutzbedürftig seien. Oberstes Ziel sei es, allen Menschen ihre Grundrechte schnellstmöglich wiederzugeben. Spahn machte deutlich, dass noch Beratungen und Abstimmungen für die geplante Verordnung nötig sind. „So eine Verordnung braucht schon auch zwei, drei, vier Wochen”, sagte er dem Sender „Welt”. Aber das sei dann auch zügig.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte der dpa: „Für Geimpfte sollte es bald keine Tests und keine Quarantäne mehr geben bei Urlaubsreisen.” Bisher gilt bei Flugreisen bei der Rückkehr nach Deutschland eine Testpflicht, bei der Rückkehr aus Ländern mit hohen Corona-Zahlen müssen Reisende in Deutschland in Quarantäne gehen.

Die Perspektiven

Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) nannte die Bund-Länder-Runde eine Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) „der Hoffnung” und sagte voraus: „Wir werden Corona überwinden. Und wir werden in den nächsten Monaten riesige Schritte nach vorne machen.” Merkel teilte diese Einschätzung, betonte aber, es gebe noch viele Problem. Die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitswesens sei nicht gebannt. „Deshalb sind jetzt noch Wochen der Anstrengung notwendig.”

Keine konkrete Aussage wollte Merkel zur Frage machen, ob und wie in diesem Sommer Urlaub möglich sein kann. Dies werde von der Höhe der Grundinzidenz abhängen, also dem Infektionsgeschehen. Im Sommer vergangenen Jahres habe die Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 2 und 5 betragen.

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„Ich sage nicht, dass es wieder so weit runtergehen muss, weil uns jetzt das Impfen hilft. Aber wann wir jetzt wieder darüber nachdenken können, Hotels zu öffnen, das kann ich heute nicht sagen. Das hängt vom Verlauf dessen ab, was wir jetzt im Augenblick machen.” Am Montagmorgen lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner laut RKI bundesweit bei 169,3.

Der Stand beim Impfen

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag (8.00 Uhr) haben inzwischen 23,4 Prozent der Bundesbürger eine erste Impfung erhalten – 7,2 Prozent sind vollständig geimpft. Spahn geht davon aus, dass im Laufe des Mai jeder Dritte in Deutschland eine erste Impfung erhalten haben wird.

Bis Sonntag wurden laut RKI etwa 29,9 Millionen Dosen geliefert. 85,1 Prozent davon wurden gespritzt. Für das gesamte laufende zweite Quartal haben die Hersteller laut Gesundheitsministerium 80 Millionen Impfdosen zugesagt, davon sind etwa 50 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer.

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Kommentare (4)

Und schon sind wir im September, na dann ist ja Weihnachten auch nicht mehr weit. Frau Merkel, du schaffst das!!!

ein erfahrener und herzensguter Mann sagte vor Jahren zu mir: eine Grundvoraussetzung um eine Krankheit zu bekommen ist die Angst vor der Krankheit.

Sie wissen schon was sie tun müssen, um das Volk von der Impfung oder besser Genmanipulation zu überzeugen. Sie machen uns Angst und erpressen uns.
Das ist die schäbigste Methode, die ich in meinem bisherigen Leben beobachte.

ein herzensguter Mann. Aber glauben Sie mir einmal: Es gibt Krankheiten, von deren Existenz Sie keine Ahnung haben - und diese können Sie ohne jegliche Angst bekommen!
Und noch eine Korrektur: Die Impfungen haben soviel mit "Genmanipulation" zu tun wie Ihr Geschreibsel mit realen Fakten...

daß Ärzte es fertigbringen, falsche Diagnosen zu stellen und die Behandlung gegen die angebliche Krankheit erst krank macht. Vielleicht ist es nur aus Unwissenheit eines Arztes passiert, ich will nicht anprangern, aber es passiert und das in meinem fam. Umfeld, Kernfamilie.
Gott sei Dank holt sich jemand, der nicht blind vertraut noch eine zweite oder auch 3. Meinung ein.
Aber was schreibe ich Ihnen das? Sie wissen genauso gut wie ich, daß das kranke System nur mit Kranken aufrecht erhalten werden kann, der Kranke muß wirtschaftlich sein. Sie geben es nur nicht zu.
Wer glaubt, daß die Pharma Interesse an gesunden Menschen hat, der glaubt auch, daß Rüstungskonzerne Frieden wollen.