Arbeiter-Samariter-Bund

Sozialverband verweigert Mitarbeitern der AfD Erste-Hilfe-Kurs

Der Arbeiter-Samariter-Bund Berlin-Nordost hat den Mitarbeitern der AfD-Fraktion im Bundestag einen Erste-Hilfe-Kurs verweigert. Der Sozialverband hat auch eine Begründung für diesen drastischen Schritt.
Gabriel Kords Gabriel Kords
Der Bundesvorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), Knut Fleckenstein, will keine Erste-Hilfe-Kurse für AfD-Mitarbeiter abhalten.
Der Bundesvorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), Knut Fleckenstein, will keine Erste-Hilfe-Kurse für AfD-Mitarbeiter abhalten. Hannibal Hanschke / NK-Archiv
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Berlin.

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Berlin-Nordost sagt es frei heraus: Die gebuchten Erste-Hilfe-Kurse für Mitarbeiter der AfD-Fraktion im Bundestag an drei Tagen im Oktober und November werden wegen einer „Anweisung unserer Geschäftsführung” abgesagt. So heißt es in einer E-Mail an die Fraktion, die dem Nordkurier vorliegt.

Zur Begründung schreibt der ASB Berlin-Nordost: „Der alte und neue Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein hat zum Ausdruck gebracht, dass aus seiner Sicht die Positionen der AfD mit den Werten, die der ASB seit seinem Bestehen vertritt und die zudem in seiner Satzung verankert sind, nicht vereinbar sind. Dem haben sich alle Mitglieder des Bundesverbandes sowie alle Delegierten der einzelnen Landes- und Regionalgliederungen angeschlossen.” Knut Fleckenstein ist SPD-Politiker und sitzt im EU-Parlament.

Kritik von der AfD

Für die AfD ist die Absage ein Affront. Auf diese Weise werde „die politische Auseinandersetzung aus dem Parlament in das Leben unserer Mitarbeiter hineingetragen”, beklagt die aus Mecklenburg-Vorpommern stammende AfD-Abgeordnete Ulrike Schielke-Ziesing: „Die Begründung erschließt sich mir nicht ganz, da viele unserer Mitarbeiter gar keine AfD-Mitglieder sind.” Sie würden jedoch „zur Geisel der SPD gemacht”.

Auch der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Bundestag ist sauer: „Es geht bei der Ausbildung von Ersthelfern unter den Mitarbeitern der AfD-Fraktion eigentlich nicht um Politik. Es geht darum, Menschen zu befähigen anderen Menschen in Notsituationen helfen zu können. Im Zweifel geht es darum, Menschenleben zu retten.” Doch Herrn Fleckenstein sei das offenbar egal: „Für ihn ist der politische Opportunismus anscheinend wichtiger. Dieses Vorgehen mit den Werten des ASB zu begründen ist zynisch.”

Beim ASB Nordost war die Geschäftsführerin am Mittag zunächst nicht erreichbar. Der Verband kündigte dem Nordkurier aber einen kurzfristigen Rückruf im Laufe des Tages an.

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Kommentare (3)

Es sollte überprüft werden, ob die Gemeinnützigkeit , und die damit verbundenen Vorteile, noch begründet ist , wenn ein Verstoß gegen die Intention des Grundgesetzes vorliegt.

Ich habe mir erlaubt, dem Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein folgenden Brief zu senden: ZITAT: "Sehr geehrter Herr Fleckenstein, Ihrer an Arroganz nicht zu überbietenden Einstellung widme ich meine höchste Verachtung. Was hat die Vermittlung des Grundwissens an Erster Hilfe mit der Parteizugehörigkeit zu tun ? Selbst die Kirchen dürfen nach einem höchstrichterlichen Urteil von Ihren Beschäftigten keine konfessionelle Zugehörigkeit verlangen, und Sie maßen Sich an, Mitglieder einer Partei, die in der BRD (welche sich als rechtsstaatlich bezeichnet), zugelassen ist, von Kursen der Ersten Hilfe auszuschließen ???? Nächstens dürfen AfD-Mitglieder nicht mehr bei EDEKA einkaufen, oder ihnen wird der Besuch eines öffentlichen Schwimmbades verwehrt.... Zum Glück gibt es nicht zu viele Fleckensteins." ZITAT ENDE. Der Mann ist SPD-Abgeordneter im Europäischen Parlament. Neben seinen Diäten, die der deutsche Steuerzahler finanziert, bezieht er für seinen Bundesvorsitz im ASB vermutlich auch noch Geld. Diese Doppelverdiener wären glücklich, wenn ihnen bei einem Herzstillstand ein in der Sitzreihe benachbarter Abgeordneter hilft, der ihn wiederbeleben kann. Im Ernstfall dürfte dieser dann sogar Mitglied der von Fleckenstein gehaßten AfD sein....aber geht ja nicht, die durften ja nicht in Erster Hilfe geschult werden....

...lässt tief blicken, dass die Absage ausschliesslich vom Bundesvorsitzenden des ASB und nicht vom ASB erfolgte. In jeder normalen Begründung steht keine Einzelperson sondern immer die Organisation als Ganzes zu einer Entscheidung.