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„Tritt ein, sag’ Nein”

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SPD-Linke umwerben GroKo-Gegner

Der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert macht seit Tagen mobil gegen eine erneute Große Koalition.
Der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert macht seit Tagen mobil gegen eine erneute Große Koalition.
Kay Nietfeld

Die SPD-Delegierten stimmten den Verhandlungen zu, das letzte Wort hat aber die Parteibasis. An der wird gerade Stimmung gegen eine Große Koalition gemacht.

Nach dem knappen Ja der SPD für Koalitionsverhandlungen mit der Union trommeln linke Parteimitglieder für ein Nein der Basis zum nächsten Regierungsbündnis unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Besonders die Jusos riefen am Montag dazu auf, nun schnell in die Partei einzutreten, um beim Mitgliederentscheid über den Koalitionsvertrag mit Nein zu stimmen. „Wer möchte, dass die SPD wieder zur starken linken Volkspartei wird, kann das jetzt maßgeblich mitentscheiden. Kostet halt 'nen Fünfer pro Monat”, erklärte der NRW-Juso-Chef Frederick Cordes mit Bezug auf den Mitgliedsbeitrag. Gerade der jungen Generation, die eine „neue Politik” wolle, sage er: „Macht die SPD zu eurer SPD.”

SPD-Basis stimmt über Große Koalition ab

Juso-Bundeschef Kevin Kühnert unterstützte den Aufruf und verbreitete via Twitter einen Link zum Beitrittsformular. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er, sobald der Entwurf für den Koalitionsvertrag vorliege, „werden wir Jusos in ganz Deutschland Veranstaltungen machen und für unsere Position werben”.

Auch die aus Baden-Württemberg stammende Parteilinke Hilde Mattheis will ihr Eintreten gegen eine GroKo intensivieren. Sie bestätigte am Montag auf Anfrage, im Rahmen der Kampagne „Tritt ein, sag' Nein” gezielt um Neumitglieder werben zu wollen. Mattheis, die Vize-Landeschefin und Vorsitzende des Forums Demokratische Linke 21 ist, tritt klar gegen eine Neuauflage der großen Koalition ein.

Über einen möglichen Koalitionsvertrag stimmen am Ende die mehr als 440 000 SPD-Mitglieder ab, sie haben damit das letzte Wort.

Kommentare (1)

Das hatten wir doch schon mal. Wenn die Urabstimmung am Ende nein sagt, dann wird es keine GroKo-Verlängerung geben. Man darf gespannt sein, ob der Juso-Chef Kevin Kühnert bis dahin genug Mitglieder mobilisieren kann. Denn "...beim Mitgliederentscheid das Ergebnis sprengen“ ist sein erklärtes Ziel. Eine Kampfansage!