„WAHRHEIT IST SEHR FRAGIL”

Steinmeier begrüßt Debatte um Corona-Regeln

Bemerkenswerte Töne vom Staatsoberhaupt: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat begrüßt, dass es inzwischen eine Debatte über die Corona-Regeln gibt.
dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nutzte eine Podiumsdiskussion beim Internationalen Literaturfestival im Kammermus
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nutzte eine Podiumsdiskussion beim Internationalen Literaturfestival im Kammermusiksaal in der Berliner Philharmonie für eine Klarstellung in Sachen Corona-Diskurs. Annette Riedl
Berlin.

Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht die Diskussion um die Corona-Maßnahmen in Deutschland als „kulturellen Fortschritt“. Die Debatten der vergangenen Monate hätten gezeigt, dass Politik und Wissenschaft lernfähig seien.

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„Wir haben nicht mehr einen Virologen oder zwei Virologen, die die Marschrichtung angeben, sondern wir haben einen sehr transparenten Diskussionsprozess“, sagte Steinmeier am Donnerstag im Gespräch mit dem peruanischen Autor Mario Vargas Llosa auf dem Internationalen Literaturfestival in Berlin.

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Die Corona-Debatten hätten gezeigt, dass Wahrheit „sehr fragil sei“ und solange gelte, bis sie durch eine neue Wahrheit widerlegt werde. Die Bürger hätten der Politik zugestanden, aus den Erfahrungen mit der Pandemie zu lernen und Vertrauen in die Entscheidungen der Politik gehabt. „Dieser Lernprozess ist ein kultureller Fortschritt“, sagte der Bundespräsident.

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Kommentare (2)

Die Corona-Regeln beruhten zu keiner Zeit auf einer Wahrheit. Sie beruhen auf bekannten Zahlen, prognostizierten hohen Zahlen, fragwürdiger Erfahrungen aus den letzten Virenkrankheiten seit dem Jahr 2000 und daraus resultierenden Entscheidungen der Politik und nicht eines Virologen. Letzterer war der einzige Berater der Regierungen, als gab es nur diesen einen. Gesetze und Regeln beruhen nicht auf Wahrheiten.

Dass Politik auf Wahrheiten aufbaue, liegt an der Überzeugung, dass heutige, politische Entscheidungen alternativlos seien. Ich möchte nicht wissen, ob die politischen Entscheidungen zwischen 1933 und 1945 und 1949 bis 1989 ebenso alternativlos gewesen sein sollen.