NACH DREI WOCHEN HAFT

Tatverdächtiger von Chemnitz kommt frei

Nach dem Tod des 35-jährigen Daniel H. im August kommt einer der Tatverdächtigen auf freien Fuß. Ein weiterer bleibt in Untersuchungshaft.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
dpa
Teilnehmer einer Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung "Pro Chemnitz".
Teilnehmer einer Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung „Pro Chemnitz”. Archiv
Chemnitz.

Der 22-jährige Yousif A., der seit drei Wochen in Haft sitzt, kommt nach Angaben seines Anwalts gegenüber NDR und SZ auf freien Fuß. Nach einem Haftprüfungstermin habe das Amtsgericht Chemnitz am Dienstag den Haftbefehl gegen den 22-jährigen Iraker aufgehoben, sagte der Rechtsanwalt. Vom Gericht war zunächst keine Bestätigung zu bekommen.

Der junge Mann steht im Verdacht, den 35-jährigen Daniel H. in Chemnitz getötet zu haben. Die Tat hatte tagelange Proteste in Chemnitz ausgelöst und wurde von rechten und rechtsextremen Gruppen für fremdenfeindliche Demonstrationen instrumentalisiert.

Syrer bleibt in Untersuchungshaft

Der zweite Tatverdächtige bleibt in Untersuchungshaft. Es bestehe gegen den 23 Jahre alten Syrer weiterhin dringender Tatverdacht, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Dienstag mit. 

Der Rechtsanwalt des Irakers betonte unterdessen auf seiner Homepage, es sei "ein Phantasiegebilde der Staatsanwaltschaft", dass sein Mandant einer der Mittäter gewesen sein könnte. "Kein Tatzeuge bezichtigte meinen Mandanten der Tatbeteiligung. Zeugen konnten ihn auf Lichtbildern nicht identifizieren. Die Polizei fand ein Messer mit Blutanhaftungen der Opfer. Aber Fingerabdrücke meines Mandanten befanden sich daran nicht", erklärte Rechtsanwalt Ulrich Dost-Roxin.

Gegen mehrere Personen laufen Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Zwei Männer sind wegen des Zeigens des Hitlergrußes bereits zu fünf Monaten Haft beziehungsweise acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

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