Nato vor Auflösung?

:

Trump droht mit Alleingang bei Verteidigung

Verliert die Geduld: Donald Trump will nicht länger zusehen, wie andere Nato-Partner weniger als die USA für das Bündnis zahlen.
Verliert die Geduld: Donald Trump will nicht länger zusehen, wie andere Nato-Partner weniger als die USA für das Bündnis zahlen.
Geert Vanden Wijngaert/Pool

US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Tagen Deutschland unter Dauerkritik gestellt. Jetzt legt er nach und droht mit heftigen Folgen für die Nato.

US-Präsident Donald Trump hat der Nato nach Angaben von Diplomaten offen mit einem amerikanischen Alleingang in Verteidigungsfragen gedroht. Wenn die Bündnispartner nicht sofort zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgäben, würden die Amerikaner ihr eigenes Ding machen, sagte Trump demnach am Donnerstag beim Gipfeltreffen in Brüssel, wie die Deutsche Presse-Agentur aus mehreren Quellen erfuhr.

Trump lässt im erbitterten Streit mit Deutschland nicht locker. Nach dem Eklat um deutsche Erdgasimporte aus Russland zum Auftakt des Nato-Gipfels kritisierte Trump am Donnerstag die Bundesregierung erneut scharf. MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verteidigte den Deal mit Russland

Trump mag Russland-Deal gar nicht

„Präsidenten haben jahrelang erfolglos versucht, Deutschland und andere reiche Nato-Staaten dazu zu bewegen, mehr für ihren eigenen Schutz vor Russland zu zahlen”, schrieb Trump. „Sie bezahlen nur einen Bruchteil ihrer Kosten.” Die USA hingegen zahlten zweistellige Milliardenbeträge zuviel, um Europa zu subventionieren.

„Und als wäre das nicht genug, hat Deutschland gerade angefangen, Russland, dem Land, vor dem sie beschützt werden wollen, Milliarden Dollar für ihren Energiebedarf zu zahlen, der aus einer Pipeline aus Russland kommt”, fügte er in einem weiteren Tweet hinzu. „Nicht akzeptabel! Alle Nato-Staaten müssen ihr Zwei-Prozent-Verpflichtung erfüllen, und sie müssen letztlich auf vier Prozent gehen.” Gemeint ist seine Forderung, zwei beziehungsweise vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Deutschland liegt derzeit bei 1,24 Prozent.

Treffen mit Merkel brachte keine Entspannung

Mit der neuen Twitterserie nahm Trump seine Verbalattacken gegen Deutschland wieder auf, obwohl er am Mittwochnachmittag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Signale der Entspannung zu senden schien. Er hatte das Verhältnis zu Deutschland hervorragend genannt und Merkel auch persönlich gelobt.

Am zweiten und letzten Tag des Gipfels wollten sich die 29 Nato-Staaten auf ihre gemeinsame Linie für Afghanistan konzentrieren. Das Bündnis sagt dem Land am Hindukusch bis mindestens 2024 weitere Hilfe zu. Zudem geht es an diesem Donnerstag um die Beziehungen zu Georgien und zur Ukraine, die aber auch diesmal nicht die erhoffte konkrete Perspektive auf einen Nato-Beitritt bekommen werden.

Kommentare (1)

Warum sollten wir uns vor Russland schützen? Russland tut niemanden etwas.Das wird nur immer versucht dem Bürger weiß zu machen. Dann sollten sie die Nato auflösen und den Trump sein eigenes Süppchen kochen lassen. Die einzigen die militärisch prügelnd über der Erdball ziehen sind doch die Amis. Jede noch so kleine Möglichkeit nutzen die aus , irgendwo ihre Streitkräfte zu stationieren. Wird Zeit das man den Amis das Handwerk legt. Die Auflösung der Nato wäre ein erster Schritt.