Hauptsächlich Windenergie
Ungenutzter Öko-Strom verursacht Milliarden-Kosten

Laut Bundesnetzagentur ist "der Energieträger Wind an Land (onshore) der mit Abstand am häufigsten abgeregelte Energieträger."
Laut Bundesnetzagentur ist „der Energieträger Wind an Land (onshore) der mit Abstand am häufigsten abgeregelte Energieträger.”
Jens Büttner

Die Produktion erneuerbarer Energien nimmt stetig zu. Der Ausbau der Stromnetze kommt dagegen kaum voran. So entstehen für Verbraucher Kosten auf Rekordniveau ohne Gegenleistung.

Mehr als eine halbe Milliarde Euro Kosten sind 2017 im Norden Deutschlands für nicht genutzten Öko-Strom angefallen. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Bundesnetzagentur hervor. Demnach sind Betreiber von Windrädern und Solaranlagen für mehr als 5000 Gigawattstunden entschädigt worden, die wegen Überlastung nicht ins Stromnetz eingespeist werden konnten.

Mit 351,25 Millionen Euro führt Schleswig-Holstein die Rangliste der gezahlten Entschädigungen an. In Mecklenburg-Vorpommern sind Stromproduzenten 22,14 Millionen Euro für nicht genutzte Energie gezahlt worden, in Brandenburg 40,13 Millionen Euro. Kosten, die letztendlich auf die Kunden mittels der Netzentgelte abgewälzt werden. Deutschlandweit betrachtet haben die Ausgleichszahlungen mit 1,4 Milliarden Euro einen Rekordwert erreicht.

Bundesnetzagentur: Windenergie wird mit Abstand am häufigsten abgeregelt

Während die Kosten in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu 2016 um mehr als sieben Millionen Euro zurück gegangen sind, hat der Ausbau der erneuerbaren Energien die Stromnetze in Brandenburg deutlich mehr unter Druck gesetzt. Dort sind die Entschädigungszahlungen um fast sechs Millionen Euro gestiegen.

Der meiste Öko-Strom, der nicht in die Netze eingespeist werden kann, entsteht offenbar durch Windräder. 66 Prozent der gesamten Entschädigungenansprüche werden von Windrad-Betreibern geltend gemacht. Laut Bundesnetzagentur ist somit „der Energieträger Wind an Land (onshore) der mit Abstand am häufigsten abgeregelte Energieträger.”