KEINE ROMANZEN MIT DEM WOLF

Union will bundesweit wolfsfreie Zonen durchsetzten

Die Union will auf Bundesebene ernst machen mit der „Entnahme“ von Wölfen. Noch vor der Sommerpause soll eine Gesetzesänderung mit wolfsfreien Zonen und erleichterten Abschussbedingungen auf den Weg kommen.
dpa
ARCHIV – 05.12.2017, Schleswig-Holstein, Großenaspe: ILLUSTRATION – Ein Wolf steht im Wildpark Eekholt (Fotografiert durch ein Zielfernrohr). Wenn Wölfe Schafe oder andere Nutztiere reißen, soll es künftig einfacher werden, ihr Rudel durch Abschuss zu verkleinern. Das Bundesumweltministerium hat einen entsprechenden Referentenentwurf zur Stellungnahme an Fachverbände geschickt. Dieser lag der Deutschen Presse-Agentur am Montag (20.05.2019) vor. Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Soll der Wolf bald bundesweit leichter geschossen werden dürfen? Geht es nach der Union, soll ein entsprechendes Gesetz noch vor der Sommerpause kommen. Carsten Rehder
Berlin.

Die Union will das geplante Gesetz zum einfacheren Abschuss von Wölfen im Bundestag nachschärfen. Der rechtssichere Abschuss der Tiere müsse einfacher möglich werden, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gitta Connemann der Deutschen Presse-Agentur. „Und auch die Schaffung wolfsfreier Zonen bleibt für uns auf der Tagesordnung.“ In dicht besiedelten und wirtschaftlich genutzten Arealen sei kein konfliktfreies Zusammenleben mit dem Wolf möglich. „Für Wolfsromantik hat dort niemand Verständnis“, sagte die CDU-Politikerin.

An diesem Mittwoch stellt ein Bündnis aus elf Verbänden Forderungen zum Herdenschutz auf, also zum Schutz von Weidetieren vor Wölfen. Mit dabei sind unter anderem Naturschutzverbände, Tierschützer, Berufsschäfer und Jäger.

Das Bundeskabinett hatte im Mai nach langem Streit einen Gesetzentwurf verabschiedet, der es nach Wolfsrissen erleichtern soll, die unter Schutz stehenden Raubtiere abzuschießen. Zudem soll das Anlocken und Füttern von Wölfen verboten werden. Mischlinge aus Wolf und Hund sollen abgeschossen werden. Wann das Gesetz im Bundestag behandelt werde, stehe noch nicht fest, sagte Connemann. Das solle aus ihrer Sicht noch vor der Sommerpause passieren, die Ende Juni beginnt. „Denn es treibt die Menschen gerade in ländlichen Regionen täglich um.“

Weidetiere hätten dasselbe Recht auf Tierschutz wie Wölfe, sagte sie. Deshalb gehe an einer Regulierung des Bestands kein Weg vorbei. Sonst werde die Zahl der Wölfe in den nächsten Jahren „explodieren“. Der beste Herdenschutz sei die Regulierung von Wolfsbeständen.

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