Sandra Oudkirk, Vize-Leiterin der Energie-Abteilung im US-Außenministerium, schließt Sanktionen gegen Nord Stream 2 nicht aus.
Sandra Oudkirk, Vize-Leiterin der Energie-Abteilung im US-Außenministerium, schließt Sanktionen gegen Nord Stream 2 nicht aus. Stefan Sauer
Nord Stream 2

USA bauen Drohkulisse gegen Ostsee-Pipeline auf

Die USA lehnen das Projekt Nord Stream 2 ab und erwägen Sanktionen. Nur nicht erpressen lassen, hieß es dazu von der AfD.
Berlin

Die USA haben ihre Ablehnung zur geplanten Pipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland bekräftigt. Die Erdgasleitung sei schlecht für die Ukraine und schlecht für Europa, sagte Sandra Oudkirk, Vize-Leiterin der Energie-Abteilung im US-Außenministerium, am Donnerstag. Sie schloss Sanktionen gegen Nord Stream 2 nicht aus.

Die Pipeline soll Gas nach Europa transportieren. Die Ukraine befürchtet, ihre Bedeutung als Transitland und Einnahmen zu verlieren. Der Widerstand der USA habe vor allem energie- und geopolitische Gründe, sagte Oudkirk. US-Präsident Donald Trump hatte das Projekt mehrfach kritisiert und vor einer Abhängigkeit Europas von Russland gewarnt.

Altmaier vermittelt zwischen Russland und der Ukraine

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vermittelt zwischen Russland und der Ukraine in dem Gasstreit, bislang ohne Erfolg. Er sollte aber auch zu den Drohungen der USA klar Position beziehen, kritisierte der aus MV stammende Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm (AfD). Vor allem aber sollte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sich von den USA nicht erpressen lassen.

Daran hat Holm aber Zweifel. „Die Sicherstellung der Energieversorgung ist für Deutschland existenziell und muss oberste Priorität haben. Allerdings ist die Kanzlerin in dieser Frage ein unsicherer Wackel-Kantonist. Schon ihre Äußerungen, die Ukraine dürfe durch die neue Gastrasse nicht benachteiligt werden, zeigt, dass die Bundesregierung eben nicht zu 100 Prozent hinter dem Projekt steht.“

Dass es den USA um den Absatz des eigenen Flüssiggases gehe, was Oudkirk leugnete, sei klar zu erkennen, so Holm. Aber: „Bei allem Verständnis für die Interessen unserer Partner, wir dürfen deshalb nicht unsere eigenen Interessen hintanstellen.“

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