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Streit vor Gericht

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Verlag will neues Sarrazin-Buch nicht veröffentlichen

Schon als Berliner Finanzsenator polarisierte Thilo Sarrazin (SPD). Um sein neues Islam-Buch gibt es jetzt Streit mit dem Verlag.
Schon als Berliner Finanzsenator polarisierte Thilo Sarrazin (SPD). Um sein neues Islam-Buch gibt es jetzt Streit mit dem Verlag.
Bernd Von Jutrczenka (Archiv)

Mit seinem provokanten Buch „Deutschland schafft sich ab” stieß Sarrazin vor Jahren die Debatte über den Islam an. Nun liegt er offenbar im Clinch mit seinem Verlag.

Das neue Buch des umstrittenen islamkritischen Bestseller-Autors Thilo Sarrazin ist vom Verlag offenbar auf Eis gelegt worden. Nach Informationen der „Bild”-Zeitung will der Random House Verlag trotz eines bestehenden Autoren-Vertrags das neue Buch Sarrazins über den Islam nicht veröffentlichen.

Die Verlagsgruppe Random House erklärte am Freitag, man wolle das nicht angekündigte Buch von Thilo Sarrazin weder stoppen noch seine Publikation erschweren oder verhindern.  Es stehe es dem Autor aber frei, "sein Buch jederzeit in einem anderen Verlag zu publizieren". Am Montag verhandelt ein Gericht in München den Fall, wie der Verlag bestätigte.

Früheres Buch stieß auf scharfen Widerspruch

Der Erscheinungstermin war ursprünglich für Ende August vorgesehen, heißt es weiter. Dem Blatt zufolge hat das Buch den geplanten Titel: „Feindliche Übernahme – Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“. In dem Buch setze sich Sarrazin mit den Entwicklungen des Islam auseinander und beschäftige sich mit dem Koran und dessen Auslegungen.

Der frühere SPD-Politiker bestätigte der Zeitung, mit dem Verlag 2016 auf Grundlage eines Exposés einen Vertrag über das Buch geschlossen zu haben. Nach langem Hin und Her sei Anfang Mai schließlich die Weigerung des Verlags gekommen, das Buch überhaupt zu veröffentlichen.

Sarrazin sorgte auch in der Region für Wirbel

Nach seinem Rückzug von der politischen Bühne als Berliner Finanzsenator hatte Sarrazin 2010 mit „Deutschland schafft sich ab“ einen ersten Bestseller geschrieben, der sich 1,5 Millionen Mal verkaufte. Mit der darin geäußerten Kritik an Einwanderern aus islamischen Ländern und Thesen zur Vererbung von Intelligenz erntete der SPD-Mann aber auch scharfen Widerspruch. Die Sozialdemokraten scheiterten mit dem Versuch, ihn aus der Partei auszuschließen. Auch seine jüngsten Sachbücher schafften den Sprung an die Spitzen der Verkaufslisten.

Vor einigen Jahren hatte der Ex-Bundesbanker auch in Vorpommern für Wirbel gesorgt: Bei Bauarbeiten an seinem Ferienhaus auf Usedom war es zu einem Konflikt mit den örtlichen Behörden gekommen.

Kommentare (2)

Warum nicht? Weil man Angst vor der Wahrheit hat!

Sie Glücklicher! Was Philosophen bis heute nicht gefunden haben: Sie haben es! Sie kennen die Wahrheit! - also Sie und Sarrazin. Wow. Als in der DDR Aufgewachsener gab es nur eine Lehre, die allmächtig war, weil sie wahr war- na, war auch nicht gerade son Erfolgsmodell. vielleicht mag sich der Verlag schützen, vielleicht ist das Buch aber einfach nur literarischer oder inhaltlicher Schrott!!!