ANHÖRUNG IM BUNDESTAG

Viel Kritik am neuen Wolfsgesetz

Die Regierung wollte dafür sorgen, dass Problemwölfe leichter abgeschossen werden können. Für die Pläne gab es mächtig Feuer.
Dieser Wolf befindet sich im Gehege – doch immer mehr Wölfe leben wild in Deutschland.
Dieser Wolf befindet sich im Gehege – doch immer mehr Wölfe leben wild in Deutschland. Oliver Berg
Berlin.

Bisher durfte in Deutschland ein Wolf nur zum Abschuss freigegeben werden, wenn er zu einer Gefahr für den Menschen wurde oder „erheblichen wirtschaftlichen Schaden“ anrichtete. Das will die Bundesregierung ändern: In Zukunft soll ein „ernsthafter Schaden“ ausreichen. Dass diese sprachliche Feinheit allerdings für mehr Rechtssicherheit bei der Entnahme von Wölfen sorgen kann, wie es die Bundesregierung anstrebt, bezweifelten bei einer Anhörung im Bundestag am Montag nahezu einhellig alle Experten.

Gregor Beyer vom Forum Natur in Brandenburg nannte die Pläne mit Blick auf mögliche jahrelange Gerichtsprozesse deshalb sogar ein „Wolfsakzeptanzverlustbeschleunigungsgesetz (WAVBG)“. Er verwies darauf, dass bei einer Fortschreibung der Bestandsentwicklung in zehn Jahren schon 25 000 Wölfe in Deutschland leben würden. „Dabei hat Deutschland schon jetzt eine höhere Wolfsdichte als zum Beispiel Russland und immer noch ist kein funktionierendes Entnahmesystem für Problemwölfe in Sicht“, erklärte dazu der Rostocker FDP-Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Berlin

Kommende Events in Berlin (Anzeige)

zur Homepage