Wer mit Johnson & Johnson geimpft wurde, könnte seinen Boosterstatus verlieren.
Wer mit Johnson & Johnson geimpft wurde, könnte seinen Boosterstatus verlieren. Daniel Karmann
Johnson & Johnson

Viele Geimpfte verlieren Booster-Status

Wer seine Erstimpfung mit Johnson & Johnson erhalten hat, könnte seinen Booster-Status verlieren. Auch Genesene bekommen jetzt mehr Probleme.
Schwerin

Wer als geboostert gilt, der muss sich nicht testen lassen, wenn die 2Gplus-Regel gilt – für viele Bürger war das mit ein Grund, sich die dritte Impfung abzuholen. Allerdings gilt diese Regel nicht mehr – zumindest nicht mehr bundesweit. Denn am Montag teilte das Bundesgesundheitsministerium über Twitter mit: „Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, müssen zwei weitere Impfdosen erhalten, um als geboostert zu gelten”.

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Beide Folgeimpfungen sollten mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Damit orientiert sich die Behörde an einer neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Allerdings haben bisher nicht alle Bundesländer ihre Corona-Verordnungen angepasst, so dass Johnson-Geimpfte in einem Land als geboostert gelten und im nächsten nicht. Mehr Informationen veröffentlicht das Ministerium hier.

Wer mit Johnson & Johnson geimpft wurde, braucht jetzt mRNA-Impfstoff

Was genau steckt hinter den Änderungen? Im Jahr 2021 noch galt die Grundimmunisierung mit Johnson & Johnson als Impf-Königsweg: Man brauchte nur eine einzige Dosis und war gleich rundherum geschützt. Mit der zunehmenden Verbreitung der Delta-Variante kamen erste Zweifel an der Wirksamkeit des Impfschutzes auf.

In der zweiten Jahreshälfte dann die unheilvolle Bestätigung: Der Schutz durch die einmalige Injektion galt seitdem gegen die Delta-Mutation als ungenügend, Geimpfte mit Johnson & Johnson sollten sich vier Wochen nach der Grundimmunisierung erneut impfen lassen – dieses Mal mit einem mRNA-Impfstoff, also mit Biontech oder Moderna. Deswegen gehörten die Johnson-Geimpften auch mit zu den ersten, die sich boostern ließen.

Ende der vergangenen Woche dann der nächste Rückschlag: Die Ständige Impfkommission empfiehlt Johnson-Geimpften nun, sich nach ihrer Grundimmunisierung und der ersten mRNA-Impfung noch ein zweites Mal mit einem mRNA-Vakzin impfen zu lassen. Vorher könne laut Stiko nur von einer „Optimierung der Grundimmunisierung” gesprochen werden, erst nach dem zweiten Nachbessern – entweder mit Biontech oder mit Moderna – dürften Geimpfte dann auch als geboostert gelten.

Auch die mit Johnson & Johnson Geimpften brauchen drei Impfungen

Der Abstand zur ersten Auffrischung solle mindestens drei Monate betragen. Insgesamt sollen sich Johnson-Geimpfte also ebenfalls dreimal impfen lassen: einmal mit Johnson & Johnson und zweimal mit einem mRNA-Impfstoff.

Um das Chaos perfekt zu machen, gilt diese Regelung bisher nicht in allen Bundesländern. Die Stiko hat die Empfehlung ganz allgemein getroffen, das Bundesgesundheitsministerium hat sie übernommen – für die Umsetzung sind aber die Länder im Form der landeseigenen Corona-Verordnungen zuständig. Bisher sind unter anderem Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein den Empfehlungen gefolgt.

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Auch in Mecklenburg-Vorpommern brauchen Geimpfte mit Johnson & Johnson zwei Auffrischungsimpfungen, um als geboostert zu gelten. In Brandenburg und Berlin hingegen gibt es bisher keine Anpassung der landesweiten Corona-Verordnungen. Das heißt: Noch gelten auch Johnson-Geimpfte mit einer ersten Auffrischung als geboostert und sind damit bei der „2Gplus”-Regel von der Testpflicht befreit.

Genesenenstatus von sechs auf drei Monate verkürzt

Zudem wurde am vergangenen Freitag der Genesenenstatus von sechs auf drei Monate verkürzt: Genesennachweise gelten also seit Samstag nur noch für maximal 90 Tage – laut Bundesgesundheitsministerium formal auch schon bestehende Nachweise.

Wie dies konkret bei 2G- und 3G-Zugangsregeln zu bestimmten Einrichtungen vor Ort gehandhabt wird, liegt ebenfalls bei den Ländern. Unklar ist auch, wie die Änderung in den Apps zur Anzeige der Impfnachweise technisch umgesetzt wird. In den Apps können Genesenenzertifikate angezeigt werden – bislang mit dem Gültigkeitszeitraum sechs Monate.

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Kommentare (1)

Mit fehlen einfach nur noch die Worte, wir werden von völlig irren Politikern regiert, die erst Ruhe geben, wenn der letzte Geimpfte umgefallen ist. Da muss es eine große Lostrommel geben und jeder darf einmal eine Änderung ziehen. Diese Pandemie wird erst beendet sein, wenn diese Politiker abgelöst werden, alles andere ist Wunschdenken.