FACHKRÄFTE FEHLEN

Viele Kinder auf engem Raum ist traurige Kita-Realität

Etwa 100.000 Fachkräfte fehlen: Bund und Länder sollten nach der Bundestagswahl massiv mehr Geld in die Kindergärten stecken, fordern die Verbände der Kita-Fachkräfte.
dpa
Oft müssten Erzieherinnen tage- und zum Teil wochenlang allein Kindergruppen von 15 und mehr Kinder betreuen, sagen die V
Oft müssten Erzieherinnen tage- und zum Teil wochenlang allein Kindergruppen von 15 und mehr Kinder betreuen, sagen die Verbände der Kita-Fachkräfte in Deutschland. (Symbolbild) Sebastian Kahnert
Berlin ·

Die Verbände der Kita-Fachkräfte in Deutschland fordern, dass Bund und Länder nach der Bundestagswahl massiv mehr Geld in die Betreuung von kleineren Kindern stecken. Schon jetzt fehlten für ein kindgerechtes Bildungsangebot in Kitas etwa 100.000 Fachkräfte, warnten sie in einem am späten Donnerstagabend veröffentlichten Positionspapier mit zwölf Forderungen. „Viele Kinder auf zu engem Raum ist leider überwiegend die traurige Realität in Kitas”, heißt es darin.

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Oft müssten Erzieherinnen tage- und zum Teil wochenlang allein Kindergruppen von 15 und mehr Kinder betreuen, was physisch und psychisch sehr belastend sei sowie auch haftungsrechtlich problematisch. „Im Ergebnis führt das unter anderem zu einem hohen Krankenstand, einer hohen Fluktuation, der Reduzierung der Arbeitszeit oder eben auch in letzter Konsequenz zur Kündigung.”

Für Erzieher droht Altersarmut

Ein weiterer Grund für die schwierige Situation sind nach Einschätzung der Verbände auch die bescheidenen Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten. „Trotz der Anpassung der Gehälter von pädagogischen Fachkräften liegen die Gehälter weiterhin 15 bis 20 Prozent unter dem Durchschnitt der bundesdeutschen Verdienste”, heißt es weiter. „Für die später zu erwartende Rente bedeutet dies, dass selbst nach 40 Jahren Vollzeitbeschäftigung Altersarmut droht.”

Die Situation werde noch verschärft, dass zwar der Kitaausbau politisch forciert werde, die Ausbildung und Qualifizierung der Fachkräfte aber hinterherhinke. Auch mit dem aktuell beschlossenen Gesetz zur Förderung der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern würden zwar Milliarden Euro für Investitionen bereitgestellt, „die Förderung einer begleitenden Fachkräfteoffensive ist aber nicht vorgesehen”, beklagten sie.

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Die Verbände kritisierten auch, dass das sogenannte Gute-Kita-Gesetz der Bundesregierung kaum Wirkung entfalte, da die Länder die 5,5 Milliarden Euro Bundesmittel überwiegend für eine Beitragsentlastung der Eltern verwendeten, aber die Qualität des Bildungsangebotes nur punktuell gefördert worden sei. Nötig sei eine „Investitionsoffensive” in Neubauten und Sanierungen. Ferner müssten der Neu- und Ausbau von Kindertagesstätten vorrangig bei der Stadtplanung berücksichtigt werden – auch mit ausreichenden Außenflächen.

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