Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag, ist sich mit Parteichefin Katja Kipping nicht einig über die Flüchtlingspolitik.
Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag, ist sich mit Parteichefin Katja Kipping nicht einig über die Flüchtlingspolitik. Britta Pedersen
Streit bei den Linken

Wagenknecht und Kipping streiten weiter über Flüchtlingspolitik

In der Chefetage der Linkspartei geht der Zoff weiter. Ein Streitpunkt ist die Flüchtlingspolitik. Kann eine Paddeltour in der Uckermark bei der Versöhnung helfen?
dpa
Potsdam

Auch nach der offiziellen Beilegung des Machtkampfs fliegen beim Linken-Spitzenpersonal weiter die Fetzen. Fraktionschefin Sahra Wagenknecht und Parteivorsitzende Katja Kipping beharren auf ihren konträren Positionen zur Flüchtlingspolitik.

Wagenknecht hält daran fest, Grenzen in der Aufnahmefähigkeit Deutschlands für Migranten zu betonen. „Statt mit der wenig realitätstauglichen Forderung „Offene Grenzen für alle Menschen sofort“ Ängste und Unsicherheitsgefühle zu befördern, sollten wir uns darauf konzentrieren, das Asylrecht zu verteidigen“, sagt sie im neuen „Spiegel“.

Kipping und Riexinger werfen Wagenknecht Grenzüberschreitung vor

Kipping sagte, bei der Frage einer weltweiten Freizügigkeit gebe es eine Kontroverse. Sie plädierte für ein Einwanderungsgesetz, das „offene Grenzen für alle“ perspektivisch ermögliche.

Kipping und Co-Parteichef Bernd Riexinger warfen der unter turbulenten Umständen wiedergewählten Fraktionschefin Sahra Wagenknecht zudem eine unangemessene Grenzüberschreitung vor.

Wagenknecht hatte in einem Brief an die Abgeordneten mit Rückzug gedroht für den Fall, dass sie auf Initiative der Parteichefs faktisch entmachtet werde. Sie werde von ihnen anhaltend mit Intrigen aus dem Hinterhalt gemobbt, führte sie aus.

Kanutour mit Gysi in der Uckermark soll Versöhnung bringen

„Das Ende von Rücktrittsdrohungen und Erpressungen ist erreicht“, sagte Riexinger dazu im SWR-Interview der Woche. „Ich glaube, dass die Fraktion und die Partei das kein weiteres Mal mitmachen werden.“

Kipping zeigte sich offen für einen Vorschlag von Fraktionsvize Klaus Ernst, der eine Mediation etwa mit Hilfe von Gregor Gysi vorgeschlagen hatte, etwa im Rahmen einer Kanutour in der Uckermark. „Bei einer solchen Kanutour wäre ich sofort dabei. Weniger Sitzungen und mehr gemeinsame Erkundungen sind immer gut“, sagte sie in der „Welt“. Eine Mediation ist ein Verfahren zur Beilegung eines Konfliktes mit Hilfe eines Vermittlers.

 

 

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