ERNEUERBARE ENERGIEN

▶ Warnung vor regionalen Stromengpässen

Der Lobby-Verband BWE rüffelt die süddeutschen Bundesländer wegen der geringen Zahl genehmigter Windräder. In MV und Brandenburg deutet sich hingegen ein stärkerer Ausbau der Öko-Stromerzeugung an.
In Brandenburg und MV werden verhältnismäßig viele neue Windkraftanlagen gebaut (Symbolbild).
In Brandenburg und MV werden verhältnismäßig viele neue Windkraftanlagen gebaut (Symbolbild). Patrick Pleul
Berlin.

Der Bundesverband Windenergie (BWE) hat vor regionalen Stromengpässen gewarnt. Betroffen davon könnten vor allem die Bundesländer im Süden Deutschlands sein, sagte BWE-Präsident Hermann Albers. Als Grund für seine Einschätzung nannte Albers die aus seiner Sicht zu geringe Zahl neu gebauter Windräder in industriestarken Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen. Im Süden werden in den nächsten Jahren zahlreiche herkömmliche Kraftwerke geschlossen, um die Klimaziele der Bundesregierung erfüllen zu können. Außerdem werden Atommeiler abgeschaltet.

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Die aktuellen Zahlen zeigten, dass die südlichen Bundesländer den Anschluss verlieren, so Albers. Gerade einmal 8,6 Prozent aller Windenergieanlagen seien bis zum 10. September in Baden-Württemberg (13 Anlagen), Bayern (3), Hessen (8), Rheinland-Pfalz (18) und im Saarland (0) genehmigt worden. Auch die ostdeutschen Länder Sachsen (8) und Thüringen (16) fallen laut Albers zurück.

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Albers: 4700 Megawatt zur Erreichung der Klimaziele notwendig

Der BWE-Präsident bezeichnet demgegenüber die zunehmende Zahl genehmigter Windräder in ganz Deutschland als Lichtblick. Bisher seien 2000 Megawatt Leistung an Windenergie genehmigt worden, damit sei der Zuwachs des vergangenen Jahres eingeholt worden. „Dennoch liegen die Genehmigungen immer noch deutlich unter den erforderlichen 4700 Megawatt, die für die Erreichung der Klimaziele notwendig wären”, so Albers.

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Mit 101 Anlagen wurden in diesem Jahr bisher die meisten Windräder in Schleswig-Holstein genehmigt. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen demnach weitere 29 Windräder neu gebaut werden, in Brandenburg 77 Anlagen. Deutschlandweit liegt die Zahl der Baugenehmigungen in diesem Jahr bisher bei 474 Windrädern.

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Kommentare (3)

Die südlichen Bundesländer verfolgen in dieser Hinsicht eine andere Strategie, wobei sie die entstehen Belastungen für Umwelt und Anwohner in andere Regionen verlagern. Außerdem ist besonders Bayern mit der Abstandsregelung 10xH konsequent darauf ausgerichtet, Anwohner bessere zu schützen als andere Bundesländer.

Das Musterbeispiel dabei dürfte München sein, denn die ziehen die Beteiligung an Windfarmen in Norwegen der regionalen Erzeugung vor.

Würde in Mecklenburg-Vorpommern, SH oder Brandenburg auch die bürgerfreundliche 10xH-Regelung übernommen werden, wäre das Ende des weiteren Ausbaus besiegelt, denn es gibt hier mehr als genug von WKA mit mehr als 200 m Höhe.

Bei einem Rundumblick in meinem Heimatort zähle ich ohne Anstrengung mit bloßem Auge mehr als 150 Anlagen. Irgendwann ist es genug.
Nur sind die Länderregierungen in den Schwerpunkt-Bundesländern leider nicht nur bei diesem Thema nicht auf der Seite ihrer Bewohner.

Hier muß es erst zu einem tagelangen Blackout kommen. Keine Kühlschränke, kein Internet, kein Fernsehen.
Schaltet immer mehr Kraftwerke ab!
Ich sitze hier mit Brunnen, Notstrom, Kamin und die vom BBK empfohlenen Notfallreserve. Toll nicht wahr? Hauptsache "die Klimaziele der Bundesregierung" werden eingehalten.

Wie will der Bundesverband Windenergie die Energieengpässe bei Windstille in Norddeutschland überbrücken? Zudem muss Stromzufuhr stabil sein. Was nicht gesagt wird ist, dass der Zukauf von Atomstrom aus den europäischen Nachbarländern nicht kostenfrei nach Deutschland geht. Man kann sich im AKW-freien Deutschland schön sonnen, keinen eigenen Atomstrom zu produzieren, aber die AKW-Meiler der Nachbarländer ermöglichen Deutschland auch in Zukunft eine stabile Energieversorgung, Wohlstand und Licht.