WHATSAPP-NACHRICHTEN

Was hat Ibuprofen mit dem Coronavirus zu tun?

In den sozialen Medien kursiert eine Meldung, dass das Schmerzmittel Ibuprofen eine Corona-Erkrankung verschlimmern solle. Stimmt das?
Derzeit kursiert das Gerücht, dass Ibuprofen eine Corona-Erkrankung verschlimmere.
Derzeit kursiert das Gerücht, dass Ibuprofen eine Corona-Erkrankung verschlimmere. Andrea Warnecke
Neubrandenburg.

Derzeit ist eine Sprachnachricht über den Nachrichtendienst WhatsApp im Umlauf, in der eine Frau Corona-Infizierte vor der Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen warnt. Sie habe angeblich Informationen aus der Universitätsklinik in Wien erhalten, denen zufolge das Präparat die Vermehrung der Viruslast beschleunige. In Wien hätten „die Leute, die mit diesen schweren Symptomen in die Klinik eingeliefert wurden, mehr oder weniger alle daheim Ibuprofen vorher genommen”, sagte die Frau. Man solle deshalb andere schmerzstillende Medikamente nutzen – und die Nachricht der Frau weiterverbreiten.

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Das Universitätsklinikum Wien äußerte sich über den Nachrichtendienst Twitter zu der Meldung und bezeichnete die Informationen als „Fake News”. Die WhatsApp-Nachrichten über die Verbindung zwischen Ibuprofen und Covd19 seien eine Falschmeldung, die nichts mit der Unimedizin Wien zu tun hätten.

 

 

Merkwürdig an der ganzen Sache: Auch der französische Gesundheitsminister Olivier Veran warnte vor der Einnahme von Ibuprofen bei einer Corona-Erkrankung und riet Infizierten bei Fieber stattdessen zur Einnahme von Paracetamol.

 

 

Wie kommt das? Es ist wahrscheinlich, dass sich die französischen Gesundheitsbehörden auf einen wissenschaftlichen Artikel berufen, der vor Kurzem im Fachmagazin „Lancet” erschien. Darin formulierten drei Wissenschaftler die These, dass der Coronavirus bei der Einnahme von Ibuprofen leichter in die Zellen eindringen könne. Der Grund: Das Medikament soll Enzyme binden, die normalerweise jene Rezeptoren nutzen, durch die das Virus in die Zellen eindringe. Dadurch entstehe eine Art Schlupfloch für das Virus.

Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Nordkurier-Themenseite zur Coronavirus-Pandemie

Stimmt das? Wir wissen es nicht und die Experten wissen es auch nicht. Denn die Hypothese ist derzeit unbestätigt und ungetest. Als Faustregel gilt daher: Jede Einnahme von Medikamenten sollte mit Ihrem Arzt abgesprochen werden – und zwar telefonisch.

 

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In Zeiten der Corona-Krise, in denen viele Menschen ohnehin schon verunsichert sind, ist die Verbreitung von Falschnachrichten ein ernsthaftes Problem. Wir, die Redaktionen des Nordkurier und Uckermark Kurier, versuchen so weit wie möglich, dem entgegenzuwirken. Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine Nachricht, die Sie gelesen oder gehört haben, richtig ist, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir werden uns dann schnellstmöglich um Aufklärung bemühen.

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