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Wilde Verschwörungstheorien um den Tod Kennedys

Kennedys berühmte Rede in Berlin im Juni 1963, wo er den legendären Satz sprach: „Ich bin ein Berliner“.
Kennedys berühmte Rede in Berlin im Juni 1963, wo er den legendären Satz sprach: „Ich bin ein Berliner“.
Heinz-Jürgen Göttert

Ein geheimer Bankerzirkel, ein großer Mafia-Coup, oder doch eine Gruppe Homosexueller? Verrückte Theorien ranken sich bis heute um den Tod von US-Präsident John F. Kennedy vor 50 Jahren. Eigentlich ist die Beweislage klar. Doch viele Amerikaner halten eisern an ihrem Glauben fest.

John Fitzgerald Kennedy ist tot, so viel steht fest. Doch was genau am 22.  November 1963 geschah, ist aus Sicht Hunderttausender bis heute ein Rätsel. Schon kurz nach dem Attentat in Dallas fürchtete man ein Komplott. Dass Lee Harvey Oswald den beliebten Präsidenten aus Überzeugung niederstreckte, wollen etliche Amerikaner bis heute nicht wahrhaben. Einige der Verschwörungstheorien im Überblick:

Die Schwulen-Theorie

Besonders bizarr scheint die Annahme, dass Kennedy aus purer Lust von einem Homosexuellen ermordet wurde. Nach Meinung des damaligen Bezirksstaatsanwaltes von New Orleans, Jim Garrison, war der Pilot David Ferrie die treibende Kraft hinter dem Komplott. Denn Kennedy sei alles gewesen, was Ferrie nicht war: erfolgreich, beliebt, gut aussehend und wohlhabend. Garrison schien überzeugt, dass die Verschwörer hinter dem Mord homosexuelle Abweichler waren, die puren Gefallen und Lust am Tod des Präsidenten empfanden.

Die CIA-Theorie

Der mächtige US-Geheimdienst CIA taucht in fast jeder Verschwörungstheorie um Kennedys Tod auf. Verschwörer glauben, dass die CIA sich für die gescheiterte Invasion in der Schweinebucht auf Kuba rächen wollte. Kennedy hatte die Operation, die zum Sturz Fidel Castros führen sollte, gegen den Willen der CIA abgebrochen. Eine weitere Theorie lautet, dass die CIA einen Angriff auf Kuba mit einem misslungenen Attentat anzetteln wollte. Die Agenten wollten daneben schießen, trafen Kennedy aber versehentlich im Kopf.

Die Johnson-Theorie

Lyndon B. Johnson diente unter Kennedy als Vize-Präsident und übernahm die Amtsgeschäfte nach dessen Tod. Entsprechend nahe liegt die Vermutung, dass „LBJ“ seinem Vorgänger das Amt streitig machen wollte und den Mord anzettelte. Als Motive kursieren auch Vermutungen, dass Johnson einen Korruptionsskandal vertuschen wollte.

Die Kuba-Theorie

Angesichts der Spannungen zwischen Kuba und den USA wurde vermutet, dass der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro die Ermordung Kennedys anordnete. Auch die Castro-kritischen Exilkubaner gerieten in Verdacht. Diese sollen nach Kennedys fehlender Unterstützung bei der Schweinebucht-Invasion und dem gescheiterten Sturz ihres Anführers verbittert gewesen sein und dem Präsidenten, der ihnen den Rücken kehrte, den Tod gewünscht haben.

Die Mafia-Theorie

Die Mafia-Theorie gehört zu den populärsten Verschwörungstheorien. Führende Mafia-Bosse sollen wütend gewesen sein auf Kennedy, der das FBI härter gegen das organisierte Verbrechen der Mafia durchgreifen ließ. Der Attentäter Oswald soll zudem selbst Verbindungen zum Mob gepflegt haben. Und auch Oswalds Mörder Jack Ruby soll von der Mafia geschickt worden sein, um zu verhindern, dass der Coup letztlich ans Licht kommt.

Die Grassy-Knoll-Theorie

Verdächtige Schatten, Silhouetten von Schützen und verpuffender Rauch auf vielen Fotos und Filmaufnahmen nährten jahrelang den Verdacht, dass es neben Oswald einen zweiten Todesschützen gab. Tonband-Aufnahmen sollen zudem belegen, dass neben den drei Schüssen aus Oswalds Gewehr ein vierter Schuss fiel. Er soll von einer Anhöhe, dem Grassy Knoll, in Dallas abgefeuert worden sein.

Die Ufo-Theorie

Keine Verschwörungstheorie wäre komplett ohne eine fliegende Untertasse. Die Ufo-Theorie besagt, dass Kennedy ermordet wurde, weil er sich zu sehr für Außerirdische interessierte und drohte, geheime CIA-Programme aufzudecken. Als „Beweis“ gilt unter anderem ein vermeintlicher Brief Kennedys an die CIA, in dem er zehn Tage vor seinem Tod geheime Ufo-Unterlagen verlangt.

Die KGB-Theorie

Der Kalte Krieg zwischen den USA und der UdSSR dient vielen als schlüssiger Beleg für die Annahme, dass der russische Geheimdienst KGB die Ermordung Kennedys in Auftrag gab. Zudem lebte der Schütze Oswald zwei Jahre in der Sowjetunion, hatte eine russische Frau und pflegte Kontakt zu sowjetischen Diplomaten. Bis heute kursiert die Theorie, dass ein Geheimdienstler Oswald als KGB-Agent anheuerte und ihn auf den US-Präsidenten ansetzte.