BUNDESBEHÖRDE VERRECHNET SICH

16 Jahre falsche Lärm-Zahlen zu Windrädern

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat 2009 eine Studie zum Lärm-Pegel von Windrädern veröffentlicht. Nun muss sie zugeben: Sie hat sich verrechnet.
Windkraftanlangen bei Klein Welzin. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat 16 Jahre lang den L&a
Windkraftanlangen bei Klein Welzin. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat 16 Jahre lang den Lärm-Pegel von Windrädern zu hoch eingestuft. Jens Büttner
Berlin ·

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ist bezüglich der Lärmbelästigung durch Windräder zurückgerudert. Die Behörde hat ein Dokument online gestellt, in dem sie zugibt, dass sie sich bei einer Studie vor 16 Jahren verrechnet hat: Der Lärmpegel von Windrädern ist niedriger als damals angegeben.

Demnach sei die angegebene Zahl von rund 100 Dezibel an Windrädern um 36 Dezibel zu hoch gewesen. Der Wochenzeitung Zeit, die zuerst darüber berichtet hat, gegenüber kritisierte der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) die dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellte Behörde scharf. „Bundesbehörden müssen ihre Aussagen wissenschaftlich fundiert treffen und dürfen nicht zum Stichwortgeber der Energiewende-Gegner werden“, so BEE-Präsidentin Simone Peter. Der gemessene Infraschall von Windenergieanlagen sei, anders als von Windkraftgegnern oft mit Verweis auf die Studie behauptet, weder gefährlich noch in irgendeiner Weise schädlich.

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Noch im Januar 2021 behauptete die Behörde: „Im engen Austausch mit anderen Institutionen, [...] sowie der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, wurde bestätigt, dass die Bestimmung des Schalldruckpegels, wie ihn die BGR publiziert, korrekt sind.” Die BGR schreibt in dem jetzt herausgegebenen Dokument von „neueren wissenschaftlichen Untersuchungen”. Der Wissenschaftler Stefan Holzheu der Universität Bayreuth, der Intraschallmessungen untersucht, weist jedoch darauf hin, dass er die Behörde bereits im August 2020 auf den Rechenfehler hingewiesen habe.

Wissenschaftler Stefan Holzeu, Universität Bayreuth, bei Twitter:

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