REINT GROPP

Wirtschafts-Professor will ostdeutsche Land-Regionen veröden lassen

Der Forscher Reint Gropp hat schon öfter skeptisch über die weitere Entwicklung des ländlichen Raums in Ostdeutschland gesprochen. Jetzt setzt er noch einen drauf.
dpa
Reint E. Gropp, Präsident des Leibniz-Iinstituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
Reint E. Gropp, Präsident des Leibniz-Iinstituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) Hendrik Schmidt
Halle.

Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, hat eine neue Förderpolitik für Ostdeutschland gefordert. Die Politik solle Mittel und Infrastrukturinvestitionen künftig auf die Großstädte und auf die Anbindung des Umlands an die urbanen Zentren konzentrieren, sagte der Ökonom im Interview mit der Wirtschaftswoche (Freitag). Er erhebt diese Forderung nicht zum ersten Mal.

„Einige Regionen werden sterben”

„Es kann nicht sein, dass die Politik die Region Berlin im Stauchaos versinken lässt, während man irgendwo in der Lausitz eine Autobahnausfahrt für ein paar Hundert Fahrzeuge am Tag baut“, sagte Gropp. Er sprach sich auch gegen eine flächendeckende 5G-Anbindung in Ostdeutschland aus. Die sei auf dem Land zu teuer.

„Wir müssen uns vom Dogma gleichwertiger Lebensverhältnisse verabschieden. Dieses Ziel ist eine gefährliche Illusion und führt dazu, dass wir viel Geld ineffizient ausgeben“, sagte Gropp. Angesichts der ungünstigen demografischen Entwicklung in den neuen Ländern befürchtet der Ökonom die Verödung ganzer Landstriche. Das könne die Politik nicht verhindern. „Einige ländliche Regionen werden wegen der Demografie und ausbleibender Migration sterben“, so Gropp.

MV-Linke spricht von "Beleidigung des Ostens"

Gropps Forderungen seien abwegig und zeugten von mangelnder Sachkenntnis. "Wir weisen sie als eine Beleidigung des Ostens entschieden zurück", heißt es in einer am Freitag in Schwerin veröffentlichten gemeinsamen Mitteilung der beiden Linke-Landesvorsitzenden Wenke Brüdgam und Torsten Koplin.

Brüdgam und Koplin forderten ihrerseits, dass die Politik am Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse festhält. Dies sei Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg und sozialen Frieden. "Wir fordern ein Zukunftsprogramm "Ost", das zugleich eine Investitionsoffensive für den Osten beinhaltet, statt der Sterbehilfe des IWH-Präsidenten", betonten die Linkenpolitiker unter Hinweis auf die nach wie vor deutlich geringere Wirtschaftskraft der ostdeutschen Flächenländer. 

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Kommentare (1)

die Politik hat die Rahmenbedingungen zu schaffen das gerade das nicht passiert - D hat dafür das Leistungsvermögen und das Potenzial - es muss nur richtig kanalisiert werden - die derzeitige Art und Weise von Politik in Personal und ihre Umsetzung ist dabei das größte Problem - was sich nicht weiterentwickelt und wächst das stirbt - Alles klar-!!!