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Wohin geht Deutschland?

Wahlkampf bis zum Schluss, nun ist der Tag der Entscheidung gekommen. Der Nordkurier wird die Bundestagswahl 2017 mit einem Ticker begleiten. Um 8 Uhr geht es los.

Sie wollen da rein: Am 24. September ist Bundestagswahl.
Tim Brakemeier Sie wollen da rein: Am 24. September ist Bundestagswahl.

Am Sonntag wird es ernst. Rund 61,5 Millionen Deutsche sind zur Wahl aufgerufen. Die Wahllokale haben von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Letzte Umfragen sehen die Union zwischen 34 und 36 Prozent. Die SPD steht bei 21 bis 22 Prozent. Die AfD käme auf 11 bis 13 Prozent, die Linke auf 9,5 bis 11, die FDP auf 9 bis 9,5 Prozent. Die Grünen stehen bei 7 bis 8 Prozent.

Damit könnte neben einer neuen großen Koalition aus Union und SPD auch ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen möglich werden. Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Union 41,5 Prozent bekommen, die SPD 25,7 Prozent, die Linke kam auf 8,6, die Grünen erreichten 8,4 Prozent. FDP (4,8) und AfD (4,7) scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. Sehen Sie hier die detaillierten Ergebnisse der Bundestagswahl 2013 im Nordosten.

Der Nordkurier begleitet den kompletten Tag der Bundestagswahl mit einem Live-Ticker. Die Reporter des Nordkurier sind im östlichen Mecklenburg-Vorpommern und in der Uckermark unterwegs, um Sie mit den neuesten Informationen zu versorgen.

>>>Hier geht es direkt zum Ticker.<<<

Wahlkampfabschluss in Mecklenburg-Vorpommern

Merkel, ihr SPD-Herausforderer Martin Schulz und andere Spitzenkandidaten kämpften am Samstag bis zuletzt um die Stimmen unentschlossener Wähler. Schulz warb in Aachen noch einmal für einen Regierungswechsel unter seiner Führung. „Wir kämpfen bis zur letzten Minute”, sagte der 61-Jährige. Es gelte, eine „Regierung der sozialen Kälte” und einen Erfolg der AfD zu verhindern. „Es droht zum ersten Mal seit 1945, dass im Bundestag wieder die Totengräber der Demokratie das Wort ergreifen”, warnte er.

Merkel besuchte zum Abschluss des Wahlkampfs ihren Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern, wo sie vor vier Jahren 56,2 Prozent der Erststimmen erhalten hatte. Aufmerksam wird registriert werden, wie viele Stimmen sie dort am Sonntag an die AfD abgeben muss. Zuvor rief sie die CDU noch einmal zum Kampf um die Stimmen unentschiedener Wähler auf. „Viele entscheiden sich erst in den letzten Stunden”, sagte sie bei einem Treffen mit jungen CDU-Wahlkampfhelfern in Berlin. Deshalb gelte nun die Parole: „Ran an den Speck!”

Hitzige Stimmung im Osten?

Wie stark der erwartete Einzug der AfD in den Bundestag das politische Klima in Deutschland verändern wird, beschäftigt unterdessen Politiker und Experten. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete die AfD als „Wolf im Schafspelz”. Der Verfassungsschutz verfolge, „ob sich Rechtsextremisten dieser Partei bemächtigen und ob sie Einfluss auf die Partei haben”, sagte er t-online.de.

Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, äußerte sich besorgt über die hitzige Stimmung vor allem in Ostdeutschland. „Diese Wut und der Hass, der dieser Tage auf der Straße zu beobachten ist, beunruhigt mich schon sehr”, sagte er der „Berliner Zeitung” (Samstag). Mit Blick auf das Erstarken der AfD sagte Krüger: „Wir können nur hoffen, dass wir am Wahltag nicht unser blaues Wunder erleben.”

Befürchtungen gibt es auch beim Zentralrat der Juden in Deutschland. Dessen Präsident Josef Schuster hält es für möglich, dass sich die AfD in Zukunft auch gegen Menschen jüdischen Glaubens wenden könnte. „Es ist eine Partei, die gegen Minderheiten Stimmung macht”, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel” (Sonntag). Im Moment richte sich das vorwiegend gegen Muslime. Aber es könnte auch andere Minderheiten treffen. „Dazu zähle ich auch Juden”, sagte Schuster.