FIPRONIL

Zwei Festnahmen im Eier-Skandal

Fahnder haben Gebäude in Belgien und den Niederlanden durchsucht und zwei Männer festgenommen. Zugleich muss Großbritannien einräumen, dass es stärker betroffen ist als bislang erwartet.
dpa
Belgien hat andere Staaten erst am 20. Juli offiziell über mögliche Gesundheitsrisiken durch Fipronil-Eier informiert.
Belgien hat andere Staaten erst am 20. Juli offiziell über mögliche Gesundheitsrisiken durch Fipronil-Eier informiert. Koen Blanckaert
Brüssel.

Im Skandal um mit Fipronil belastete Eier hat es Festnahmen gegeben. Nach Angaben der niederländischen Staatsanwaltschaft handelt sich um zwei Manager. Sie seien Führungskräfte des Unternehmens ChickFriend, das im Zentrum der Ermittlungen steht.

Festnahmen im Zuge einer koordinierten Razzia

Die Männer stehen unter Verdacht, bei der Säuberung von Hühnerställen bewusst das Insektengift Fipronil eingesetzt zu haben.Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit sowie der Besitz verbotener Substanzen vor. ChickFriend schweigt seit Tagen zu den Vorwürfen.

Die Festnahmen erfolgten nach Angaben der Ermittler im Zuge einer koordinierten Razzia in den Niederlanden und Belgien. Bei ihr wurden neben den Wohnungen der beiden Männer in der Nähe von Utrecht auch Büros von zwei anderen Unternehmen durchsucht, die als Zulieferer in den Eier-Skandal verwickelt gewesen sein sollen. Dabei wurden auch Bankunterlagen und Computer beschlagnahmt.

Alle rund 180 niederländischen Eierproduzenten, bei denen mit Fipronil belastete Eier gefunden wurden, waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge Kunden von ChickFriend. Das in der Geflügelzucht verbotene Fipronil wurde vor allem zur Bekämpfung der für Legehennen gefährlichen Blutlaus eingesetzt.

Rund 700.000 belastete Eier ins Vereinigte Königreich gelangt

ChickFriend soll fipronilhaltige Reinigungsmittel von einem belgischen Hersteller erhalten haben, der seine Produkte auch an Betriebe in Belgien und Deutschland verkaufte. Unklar ist bislang, ob alle Abnehmer wussten, dass es Fipronil enthielt.

Im Zuge des Skandals wurden Millionen Eier aus den Regalen von Supermärkten genommen und vernichtet. Betroffen sind neben Deutschland, den Niederlanden und Belgien auch Länder wie die Schweiz, Schweden und Großbritannien.

Die britische Behörde für Lebensmittelsicherheit in London teilte am Donnerstag mit, dass vermutlich rund 700.000 mit Fipronil belastete Eier ins Vereinigte Königreich gelangt seien – und damit etwa 33 Mal mehr als bislang vermutet. In ersten Schätzungen waren die Experten noch von lediglich 21.000 Eiern ausgegangen.

13 Produkte, in denen die Eier verwendet worden waren, wurden aus dem britischen Handel zurückgezogen, darunter Eiersalate. Da diese Lebensmittel nur kurz haltbar sind, könnten viele betroffene Produkte der Behörde zufolge bereits gegessen sein. Etwa 85 Prozent der in Großbritannien verzehrten Eier stammen aus dem eigenen Land. Nach Angaben der Lebensmittelaufsicht machen die betroffenen Hühnereier nur 0,007 Prozent aller pro Jahr in Großbritannien konsumierten Eier aus.

zur Homepage