TERROR IN HALLE

Zwei Streifenpolizisten stoppten den Attentäter

Die Polizei hat nach der Bluttat von Halle die Spur des Mörders für eine Stunde aus den Augen verloren. Am Ende waren es zwei ganz normale Streifenpolizisten, denen der Täter eher zufällig ins Netz ging.
dpa
Der Attentäter kollidierte mit einem Lastwagen – erst danach gelang der Zugriff. Diesen führten zwei Streifenp
Der Attentäter kollidierte mit einem Lastwagen – erst danach gelang der Zugriff. Diesen führten zwei Streifenpolizisten durch. Bernd März
Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) nahm im Ausschuss Stellung.
Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) nahm im Ausschuss Stellung. Klaus-Dietmar Gabbert
Halle.

Die Polizei hat den Attentäter von Halle, Stephan Balliet, bei seiner Flucht eine Stunde lang aus den Augen verloren. Das berichteten am Montag mehrere Landtagsabgeordnete aus einer Sondersitzung des Innenausschusses am Montag in Magdeburg. Schließlich sei es zwei Revierpolizisten aus Zeitz gelungen, den Täter festzunehmen, sagte SPD-Innenexperte Rüdiger Erben. Anders als bisher angenommen seien es nicht Spezialkräfte gewesen, die den Täter stellten.

Innenminister: Polizei machte viel richtig und wenig falsch

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hatte am Montag mit seinem Team ausführlich Auskunft zum Polizeieinsatz am Tattag gegeben. Zusammenfassend lasse sich sagen, dass die Polizei vieles richtig und wenig falsch gemacht habe, sagte Erben. Den Vorwurf, die Polizei sei mit zu wenig Einsatzkräften vor Ort gewesen, halte er für entkräftet. Tatsächlich seien mehrere Funkstreifenwagen schnell vor Ort gewesen.

Am vergangenen Mittwoch hatte der schwer bewaffnete Stephan Balliet (27) versucht, in die mit mehr als 50 Gläubigen besetzte Synagoge zu gelangen. Als er daran scheiterte, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und kurz darauf einen 20 Jahre alten Mann in einem nahen Dönerladen. Auf seiner Flucht verletzte der Schütze außerdem ein Ehepaar schwer. Inzwischen sitzt er in Untersuchungshaft – dank der Festnahme durch die beiden Streifenpolizisten.

Wenig Kritik von der Opposition – aber noch Aufklärungsbedarf

Die Opposition hielt sich mit Kritik nach der Sondersitzung ebenfalls zurück, sieht aber noch Aufklärungsbedarf. Weiterhin sei die Frage nicht geklärt, warum der Täter aus Halle flüchten konnte, sagte die Linken-Innenexpertin Henriette Quade.

AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner sagte, es sei irritierend, dass Stahlknecht behaupte, beim Polizeieinsatz sei alles gut gelaufen. Er kritisierte erneut, dass die Synagoge in Halle vor der Tat nicht unter permanentem Schutz stand. Es sei schon lange vorher vor wachsendem Antisemitismus gewarnt worden, sagte Kirchner.

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Kommentare (3)

ZITAT: "Am Ende waren es zwei ganz normale Streifpolizisten, denen der Täter eher zufällig ins Netz ging."
Streifpolizisten, das sind Aufpasser an der Ski-Abfahrtsstrecke oberhalb von Kitzbühel. Wahrscheinlich wird die dort geltende Höchstgeschwindigkeit häufig überschritten.....https://de.wikipedia.org/wiki/Streif

Zitat:"Tatsächlich seien mehrere Funkstreifenwagen schnell vor Ort gewesen." An welchem Ort war die Polizei schnell? Vor der vom Täter verlassenen Synagoge, vor dem vom Täter verlassenen Dönerladen, an dem Ort, wo der bereits abwesende Täter die Frau ermordete, an dem Ort, wo der Täter nie war? Die Ausführungen des sachsen-anhaltinischen Innenministers bei der Pressekonferenz waren unter aller Sau. Zumal er seinen Tätigkeitsbericht mit einem zweiminütigen, parteipolitischem Gesäusel begann. Gefühlsduseleien zum Parlament in Sachsen-Anhalt ohne nachweisbaren Bezug zum Terrorakt sollte ein Innenminister unterlassen.

Fehlen noch die Antworten auf die Fragen, wie der Attentäter entkommen konnte, wenn so viele Polizisten vor Ort waren. Wer hat in Landsberg geschossen? Und zu guter Letzt: WER IST MARK?