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Zugausfälle

Drohender Bahnstreik – Busse und Fahrer für Ersatzverkehr fehlen

Berlin / Lesedauer: 2 min

Dass es in den kommenden Wochen zu Streiks bei der Bahn kommen wird, scheint immer wahrscheinlicher. Schienenersatzverkehr ist dann wohl kaum möglich.
Veröffentlicht:12.11.2023, 11:56

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Die Deutsche Bahn (DB) hat wegen der Streikdrohungen der Lokführer-Gewerkschaft GDL einen Notfall-Fahrplan erstellt. „Wie auch bei früheren Streiks der GDL hat die DB einen Notfahrplan mit einem stark reduzierten Angebot an Fahrten erarbeitet“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Sonntag in Berlin.

XXL-Züge sollen bei Streik eingesetzt werden

Im Fernverkehr seien es dann weniger als 20 Prozent des Regelangebots. Zuvor hat die „Bild am Sonntag“ berichtet. GDL-Chef Claus Weselsky hatte vor den am vergangenen Donnerstag begonnenen Tarifverhandlungen mit Streiks gedroht und Arbeitskämpfe über die Weihnachtstage nicht ausgeschlossen.

Bei einem Streik will die Deutsche Bahn möglichst lange Züge mit mehr Sitzplätzen einsetzen. Das sei zum Beispiel ein 376 Meter langer XXL-ICE mit 918 Sitzplätzen. Damit solle auf besonders stark nachgefragten Verbindungen gefahren werden, etwa von Hamburg über Köln, Frankfurt und Stuttgart nach München. 

Ausländische Lokführer kommen bei Streik zum Einsatz

Züge mit Überlänge, sogenannte XXL-Regios, sollten bereits zum Ende des Sommers auf stark nachgefragten Strecken von Berlin an die Ostsee Abhilfe schaffen. Diese konnten allerdings an kaum einem Bahnhof in Mecklenburg-Vorpommern halten, da die Bahnsteige zu kurz sind.

Einige grenzüberschreitende Verbindungen sollen den Angaben zufolge durch den Einsatz ausländischer Triebfahrzeugführer verkehren. Der Einsatz von Bussen werde nicht möglich sein, da es weder ausreichend Busse noch Fahrpersonal gebe, um im Falle eines Streiks spontan und flächendeckend Zugkapazitäten ersetzen zu können.