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Kommentar

Bahnstreik – Gewerkschaft agiert maß- und verantwortungslos

Neubrandenburg / Lesedauer: 1 min

Erneuter Bahnstreik ab Donnerstagabend: Die GDL nimmt hunderttausende Arbeitnehmer in Geiselhaft, um Forderungen für 10.000 Beschäftigte durchzusetzen, so unser Kommentator.
Veröffentlicht:07.12.2023, 06:00

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Der aktuelle Streik dürfte noch einmal radikalere Auswirkungen haben als der Ausstand vom November: Erstens ist es einfach unfair, einen solchen massiven Ausstand am Abend vorher anzukündigen. Zweitens zwingt das Winterwetter viele Menschen, das Auto stehenzulassen und auf die Bahn auszuweichen.

Das wird nun nicht nur am Donnerstagabend und am Freitag unmöglich sein, sondern auch bis weit ins Wochenende hinein. Die Erfahrungen zeigen, dass die Deutsche Bahn nach einem Streik noch Stunden, ja vielleicht sogar Tage benötigt, um alles wieder einigermaßen ins Rollen zu bringen.

Letztlich streikt die GDL für 10.000 Beschäftigte. Diese 10.000 Lokführer und Zugbegleiter werden aber erneut Deutschlands Bahnnetz lahmlegen. Sie nehmen hunderttausende Arbeitnehmer, die auf Fernzüge und S-Bahnen angewiesen sind, um pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, in Geiselhaft.

Will Gewerkschaft Maximalposition durchsetzen?

Sind die finanziellen Forderungen der GDL noch nachvollziehbar, erscheint die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich völlig überzogen. Natürlich werden bei Tarifverhandlungen manchmal übertriebene Forderungen aufgemacht, um dann etwas nachlassen zu können.

Aber hier wirkt die Position der Gewerkschaft schon deutlich jenseits des wirtschaftlich Machbaren. Und es scheint, als ob ein hoher Organisationsgrad einer Berufsgruppe ausgenutzt wird, um Maximalpositionen durchzusetzen. Das aber ist nicht nur maß-, sondern auch verantwortungslos.

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) ruft ihre Mitglieder ab Donnerstagabend zu einem 24-stündigen Warnstreik auf. Der Ausstand soll im Gütervekehr um 18 Uhr, im Personenverkehr um 22 Uhr beginnen und am Freitagabend um 22 Uhr enden. Einschränkungen werden schon vor Beginn des Warnstreiks erwartet.