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Wärmepumpe – So bleibt das Haus trotz Stromrationierung warm

Berlin / Lesedauer: 2 min

Zu bestimmten Uhrzeiten, wenn besonders viel Strom verbraucht wird, kann es für Wärmepumpen zu Stromsperren kommen. So können Sie kalte Wohnungen und Häuser umgehen.
Veröffentlicht:04.12.2023, 11:22

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Auf einen schnellen Hochlauf von Wärmepumpen und privaten Ladeeinrichtungen für E-Autos ist der größte Teil der örtlichen Stromverteilnetze noch nicht ausgelegt. Die Netzbetreiber dürfen Stromverbrauch daher runterregeln, so die Bundesnetzagentur. Kalt wird es aber trotz der kommenden Stromknappheit nicht unbedingt, erklärt jetzt der Wärmepumpenhersteller Bosch.

Bundesnetzagentur spricht von dimmen statt sperren

Zunächst erklärt das Unternehmen: „Beziehen elektrische Verbraucher mehr Strom aus dem Netz, als die Kraftwerke bereitstellen können, kann dies zu einem Absinken der Netzfrequenz führen.“ Weil aber „sowohl Verbraucher als auch Kraftwerke“ auf eine „möglichst gleichbleibende Frequenz angewiesen“ seien, könne es „im schlimmsten Fall zum Ausfall von Kraftwerken und damit zu einem Stromausfall kommen“.

Auf der Seite des Wärmepumpenherstellers heißt es weiter: „Eine EVU-Sperre verhindert, dass Wärmepumpen zu Spitzenlastzeiten Strom verbrauchen. Das Energieversorgungsunternehmen (EVU) richtet für Wärmepumpen, die mit Strom zum günstigen Wärmepumpentarif betrieben werden, eine Sperrzeit ein. In dieser Sperrzeit wird die Wärmepumpe abgeschaltet, um so das Stromnetz zu entlasten.“

Die Bundesnetzagentur teilte unterdessen mit, dass es sich nicht um eine komplette Sperre handeln werde und spricht von dimmen. „Dabei muss immer eine Mindestleistung zur Verfügung stehen, damit Wärmepumpen betrieben und Elektroautos weiter geladen werden können“, so die Bundesnetzagentur. 

So bleibt die Wohnung trotz Stromknappheit trotzdem warm

Diese Spitzenlastenzeiten liegen laut Bosch "für gewöhnlich am Morgen, Mittag und Abend, also dann, wenn der Stromverbrauch besonders hoch ist". Damit es trotzdem kuschelig warm bleibt, hat der Wärmepumpenhersteller folgende Tipps:

  • Ein Pufferspeicher wird während der Heizphasen von der Wärmepumpe aufgeladen und liefert anschließend während der Sperrzeiten die benötigte Heizwärme. Allerdings muss der Pufferspeicher dafür über ein ausreichend hohes Temperaturniveau verfügen. Die Wärmepumpe muss dementsprechend leistungsfähiger ausgelegt werden.
  • Eine Fußbodenheizung kann ebenfalls helfen. Diese arbeitet nicht nur mit einer niedrigen Vorlauftemperatur, was die Effizienz der Wärmepumpe erhöht. Der Fußboden selbst dient bei einer Fußbodenheizung zugleich als Wärmespeicher, der einen Teil der Heizungswärme aufnimmt und erst langsam in den Raum abgibt.
  • Auch ein elektrischer Heizstab kann die benötigte Wärme im Fall der Fälle bereitstellen. Dieser benötigt allerdings wesentlich mehr Strom als eine Wärmepumpe und bezieht den Strom zudem zum regulären Preis. Die Energieeffizienz des Heizungssystems sinkt dadurch.
  • Unter Umständen kann auch eine Brennwerttherme für Gas oder Heizöl zur Überbrückung der Sperrzeiten dienen.

Kann ich die Stromrationierung umgehen?

Viele Verbraucher fragen sich zudem: Kann ich die Rationierung umgehen? Ja, sagt Bosch. Allerdings kostet das Geld. Die Firma teilt mit, das sei möglich, „wenn Sie dafür auf den günstigen Wärmepumpenstrom verzichten. Betreiben Sie Ihre Wärmepumpe mit Strom zum regulären Strompreis, steigen allerdings auch die Heizkosten“.

Dennoch könne es „sinnvoll sein, auf einen Wärmepumpentarif zu verzichten“. Bosch führt aus: „Das ist dann der Fall, wenn Sie eine Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombinieren und den Strom für die Wärmepumpe somit selbst erzeugen.“