StartseitePolitik▶ Wollen die Linken das Taufen von Babys und Kindern verbieten?

Wahlprogramm macht stutzig

▶ Wollen die Linken das Taufen von Babys und Kindern verbieten?

Berlin / Lesedauer: 2 min

Ein Passus im Wahlprogramm der Linken lässt aufhorchen. Mitgliedschaft in Religionsgemeinschaften soll erst ab 14 Jahren erlaubt sein. Was bezwecken die Politiker damit?
Veröffentlicht:03.09.2021, 19:08

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Für Irritation sorgte in dieser Woche das Bundestags-Wahlprogramm Der Linken. „Will die Partei Die Linke die Taufe abschaffen”, fragte zum Beispiel das Internet-Debattenmagazin The European.

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Anlass war folgender Passus im Wahlprogramm: „Eine (automatische) Mitgliedschaft von Kindern in Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften der Eltern lehnen wir ab. Ein Beitritt darf nur selbst und nach Erreichen der Religionsmündigkeit erfolgen.” In Deutschland besteht die uneingeschränkte Religionsmündigkeit ab dem 14. Lebensjahr. „Das ist starker Tobak, zumindest für religiöse Menschen in der Bundesrepublik”, kommentiert The European.

Ob getauft oder nicht – junge Leute sollen selbst entscheiden

So ist das gar nicht gemeint, erklärte Linken-Sprecher Matthias Hinze auf Nordkurier-Nachfrage. „Die Linke will die Taufe von Kindern keineswegs abschaffen. Selbstverständlich sollen Eltern ihre Kinder taufen lassen können. Auch die damit einhergehende Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft respektieren wir ausdrücklich.”

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Gleichzeitig aber solle das „Selbstbestimmungsrecht der Kinder” gestärkt werden. „Sie sollen bei Erreichen der Religionsmündigkeit selbst aktiv entscheiden, ob sie – auch im juristischen Sinne – weiterhin Mitglied der Religionsgemeinschaft sein wollen, mit allen daraus resultierenden weltlichen Folgen, wie etwa der Kirchensteuerpflicht.”

Im Übrigen gebe es ja viele Religionen, in denen Jahre nach der Taufe die Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft aktiv bestätigt wird, etwa durch Konfirmation oder Firmung. „Insofern würde die Verwirklichung unserer Forderung dazu führen, dass neben das religiöse Bekenntnis zukünftig auch eine weltliche Bestätigung der Religionszugehörigkeit tritt”, so der Sprecher des Parteivorstands.

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