Unsere Themenseiten

Familie entschlossen

:

14-Jährige nach Belästigung zu Hause

Die Familie hofft, dass die bei der Polizei zur Anzeige gebrachte Tat weiterverfolgt wird. 
Die Familie hofft, dass die bei der Polizei zur Anzeige gebrachte Tat weiterverfolgt wird.
Claudia Marsal

An der Grabowschule Prenzlau steht der Vorwurf einer sexuellen Belästigung im Raum. Die Redaktion sprach mit der Mutter des Mädchens.

Karin P. (Name geändert) hätte nie damit gerechnet, dass ihre Anzeige bei der Polizei so viel Staub aufwirbelt. Doch jetzt, wo es so gekommen ist, schreckt sie vor den Konsequenzen nicht zurück. Die 35-jährige Mutter von vier Kindern sagt, sie würde es wieder tun. Sie habe schließlich nur ihre Tochter geschützt.

Sexuelle Belästigung in zahlreichen Fällen

Was war geschehen? Zu Wochenbeginn hatte ihr Mädchen erzählt, dass sie an der Schule von einem Jungen sexuell belästigt werde, und zwar seit Längerem. Der Schüler habe sie wiederholt im Sportunterricht unsittlich berührt, am Bauch, an den Brüsten und am Po. Karin P. bat daraufhin sofort um ein Gespräch in der Schule.

Mutter behauptet: kein Dolmetscher dabei

Das kam tags darauf zustande. Anwesend waren neben Mutter und Tochter auch Schulleitung und Sozialarbeiterin sowie der beschuldigte syrische Junge nebst einem Dolmetscher, so die Auskunft der Schule. Doch Karin P. sagt: „Das war kein Sprachmittler, sondern ein Landsmann aus der zehnten Klasse, der arabisch spricht.“ Die Polizei sei zwar ins Flüchtlingsheim gefahren und habe eine Gefährderansprache gemacht. Ob das etwas bringt, wagt sie jedoch zu bezweifeln.

35-Jährige möchte weiteres Vorgehen genau klären

„Mir wäre wichtig, dass wir uns alle an einen Tisch setzen, mit einem ordentlichen Dolmetscher, und über das weitere Vorgehen reden.“ Bis dahin werde sie ihre Tochter nicht zur Schule lassen. Die 14-Jährige ist bis Ende des Monats krank geschrieben. Das Schulamt ist informiert. Auch das Jugendamt weiß Bescheid.

Kommentare (1)

Sollte es stimmen,dass die Schulleitung einen Schüler als Sprachmittler eingesetzt hat,muss ich ganz klar feststellen,dass die Schulleitung viel zu sorglos umgegangen ist und sich der Tragweite nicht bewusst war,dass man bei einem nicht beeideten Dolmetscher nicht weiß,ob er das Gespräch richtig übersetzt oder ob er eine Partei ergreift. In meinem Beruf war es unabdingbar,dass man bei Vernehmungen,Anhörungen auf einen Dolmetscher zurückgreift. Vielleicht hat sich das in der Lehrerschaft noch nicht herumgesprochen.