Ehrliche Finderin
200 Euro Automatengeld nicht eingesteckt

Fremdes Geld darf nicht eingesteckt werden.
Fremdes Geld darf nicht eingesteckt werden.
Jörg Koch

Bei manchem juckt es vermutlich in den Händen, wenn er vergessene Scheine sieht. Eine Prenzlauerin blieb trotzdem standhaft.

Schnell zum Automaten, um Geld abzuholen. In so einem Moment reicht manchmal ein Handyklingeln aus, dass die Scheine in Vergessenheit geraten. In Gedanken marschiert man wieder raus aus der Bank, und das Malheur ist passiert. So geschehen in dieser Woche am Dienstagmittag in der Sparkasse am Georg-Dreke-Ring in Prenzlau. Hier hatte der vergessliche Kunde allerdings Glück. Als nächstes war nämlich Janine Pastowski an der Reihe. Die Kita-Mitarbeiterin sah sofort, dass in dem Geldausgabefach noch 200 Euro lagen.

Auf die Idee, sich die Scheine selbst einzustecken, kam die 38-Jährige nicht, wie sie dem Uckermark Kurier versicherte. „Ich habe es nicht behalten, weil es nicht meins war. Und ich hoffe, dass, wenn mir so etwas passiert, ich mein Eigentum zurück bekomme.” Denn wie es ist, wenn die Mitmenschen nicht so ehrlich sind, hat die Prenzlauerin schon einmal am eigenen Leib erfahren. „Mir wurde in Berlin am Bahnhof Gesundbrunnen das Portemonnaie aus dem Rucksack geklaut. Das habe ich leider erst im Zug nach Prenzlau bemerkt”, erinnert sie sich zurück. Das Portemonnaie sei danach zwar bei der Bahn abgegeben worden, aber es fehlte ärgerlicherweise das Geld.

Nach 30 Sekunden eingezogen

Bei der Sparkasse weiß man, dass es immer mal wieder vorkommt, dass Geld nach der Bargeldauszahlung im Automaten vergessen wird. „Standardmäßig wird das Geld nach 20 bis 30 Sekunden automatisch wieder eingezogen. Geldautomaten protokollieren jeden Vorgang und gleichen ihre Bargeldmenge mit den Buchungen ab. Daher kann dem Kunden der Betrag in der Regel automatisch wieder gutgeschrieben werden. Trotzdem sollte man zur Sicherheit den Vorfall immer umgehend seinem Kreditinstitut melden, inkl. Angaben zur Uhrzeit, Standort und abgehobenem Geldbetrag”, rät die Bank auf ihrer Internetseite.

Wenn das Geld in der kurzen Zeit jedoch von einer anderen Person eingesteckt werde, sei die Identität für das Kreditinstitut nicht nachvollziehbar. Sollte die Person im Anschluss noch Geld abheben, könnte sie allerdings möglicherweise per Videoüberwachung identifiziert werden, so die Auskunft der Sparkasse. Bei größeren Geldmengen werde die Polizei eingeschaltet. Denn vergessenes Geld einfach einzustecken, sei strafbar, so die Warnung der Banker.

Was aus den 200 Euro geworden ist, weiß Janine Pastowski noch nicht. Sie hat das Geld vorschriftsmäßig bei der Bank abgegeben und auch ihre Daten hinterlassen. Eine Rückmeldung gab es aber noch nicht.