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Hartes Urteil

:

9,46 Euro bringen jungen Mann ins Gefängnis

Dieses Urteil trifft einen Wiederholungstäter hart.
Dieses Urteil trifft einen Wiederholungstäter hart.
Nordkurier

Die Chance auf eine Bewährungsstrafe hat ein Wiederholungstäter vertan. Mit bitteren Konsequenzen.

Der junge Uckermärker, der sich vor dem Strafrichter in Prenzlau verantworten musste, hatte in einem Einkaufsmarkt Bier und Schnaps im Gesamtwert von 9,46 Euro ohne Bezahlung mitgehen lassen. Doch der Mann ist gerichtsbekannt, allein zehn Vorstrafen stehen zu Buche und weitere Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.

Therapie statt Knast

„Jetzt bin ich aber von den Drogen los und habe meinen Alkoholkonsum im Griff“, versuchte der Angeklagte den Strafrichter von einer erneuten Bewährungsstrafe zu überzeugen. Er lebt aktuell von Hartz IV und hat inzwischen eine eigene Wohnung. „Bitte geben Sie mir eine Therapie statt Knast“, bat er die Juristen: „Ich will doch endgültig vom Alkohol loskommen und meine Wohnung wäre dann auch wieder weg.“

Vorgeschichte lässt keinen Spielraum

Doch der Staatsanwalt forderte frei Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Der Strafrichter erhöhte die Freiheitsstrafe sogar auf vier Monate. Die einschlägige Vorgeschichte des Angeklagten, zu der neben Bewährungsversagen auch eine Haftstrafe gehöre, lasse keinen Spielraum, hieß es in der Urteilsbegründung. Auch wenn der Wert der gestohlenen Waren gering sei, sei die Chance auf Bewährung verspielt, so der Richter.