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„Ach, es gibt noch so viele schöne Ziele“

Cornelia Domke (links) und Elvira Wieland haben sich mit einer Kreuzfahrt gerade erst einen langgehegten Wunsch erfüllt, da gucken sie schon wieder nach den nächsten lohnenden Zielen. Mitte: Reiseverkehrsfrau Andrea Parpat.  FOTOs (2): Claudia Marsal

VonClaudia MarsalEinmal auf Kreuzfahrt gehen – diesen Wunsch hegen nicht nur alte Leute. Aber oftmals ermöglicht erst der Ruhestand ausgedehnte Touren mit ...

VonClaudia Marsal

Einmal auf Kreuzfahrt gehen – diesen Wunsch hegen nicht nur alte Leute. Aber oftmals ermöglicht erst der Ruhestand ausgedehnte Touren mit dem Schiff. Dann erfüllen sich viele Menschen diesen sehnlichen Traum.

Prenzlau.Cornelia Domke stammt aus ärmlichen Verhältnissen. „Aus ganz, ganz ärmlichen sogar“, denkt die 69-Jährige an ihre Kindheit zurück.
Hätte ihr in jungen Jahren mal jemand gesagt, dass sie auf dem Sonnen-Deck eines Kreuzfahrtschiffes liegen und einen Cocktail schlürfen würde, sie hätte ihn ausgelacht. Selbst in ihren langen Jahren als Hortnerin war an solche Träume nicht zu denken – Spinnereien. Mann und Kinder gingen immer vor. Für Luxus war weder Zeit noch Geld da.
Das ist jetzt, wo die Prenzlauerin den wohlverdienten Ruhestand genießt, nur bedingt anders.
Als ärmlich würde sie ihr Leben natürlich nicht mehr bezeichnen, aber im Überfluss schwelgen kann die Witwe trotzdem nicht. Dennoch hat sich die Kreisstädterin kurz vor ihrem 70. Geburtstag jetzt einen langgehegten Traum erfüllt. Sie ist auf Kreuzfahrt gegangen.
Mit der „Aida Aura“ schipperte die Seniorin von Venedig nach Korfu. „Es war unglaublich“, bilanzierte sie bei ihrer Rückkehr im Gespräch mit der Heimatzeitung. Ihre größte Sorge, nämlich die, von den vielen Menschen an Bord erdrückt zu werden, habe sich nicht bestätigt, resümierte die Rentnerin. Das lag vermutlich auch daran, dass das Schiff mit 1250 Passagieren noch ein vergleichweise kleines war, sagt Reiseverkehrsfrau Andrea Parpat von „Der Uckermärker“, die für die Prenzlauer Reisegruppe den Kreuzfahrt-Trip gema-
nagt hatte und als Begleiterin mit von der Partie war. „Auf die Riesen der Branche passen nämlich 6000 Leute rauf“, setzte sie hinzu.
„Aber das wäre selbst mir zu heftig gewesen“, sagt Elvira Wieland (61), die gern unter Leuten ist, aber auf der „Aida Aura“ zu schätzen wusste, dass es genügend Rückzugsorte gab. Die Vorruheständlerin, welche sich von einer Cousine hatte überreden lassen, hat aber auch den Trubel genossen. In den Restaurants, Bars und Theatern sei bis spät in die Nacht immer etwas losgewesen. Beeindruckt haben sie außerdem die tollen Ausflüge. Beide Frauen sind einig, dass es wahrscheinlich nicht ihre letzte Reise mit einem Schiff gewesen ist. „Ach, es gibt noch so viele tolle Routen. Ich bin froh, dass ich nach wochenlangem Grübeln allen Mut zusammengenommen und mein Erspartes dafür investiert habe. Die Erinnerungen kann mir niemand mehr nehmen“, sagt Cornelia Domke abschließend.

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c.marsal@uckermarkkurier.de